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Radevormwald
Viele Radevormwalder helfen Flüchtlingen

Radevormwald. Die Zahl der Flüchtlinge ist auf 400 gestiegen. Seit Jahresbeginn setzen sich zahlreiche Rader für die Flüchtlingshilfe ein. Mitarbeiter des Ordnungsamtes übernehmen bürokratische Aufgaben und die Wohnungssuche. Im Laufe des Jahres ist ein Hausmeisterdienst verpflichtet worden, zusätzlich stellte die Stadt mehrere Sozialarbeiter ein, die sich um die Betreuung der Neuankömmlinge aus 33 Ländern kümmern und ihnen bei der Integration ins Rader Leben helfen sollen.

Ehrenamtliche Helfer des DRK, Mitglieder aus Kirchengemeinden und Privatpersonen unterstützen die Altkleidersammlungen vom Roten Kreuz, im Caritashaus oder des Ökumenischen Mittagstischs. Kurz vor Weihnachten gab es zahlreiche Aktionen mit Spenden zum Beispiel für Kinder der Flüchtlinge.

"Seit Anfang des Jahres lagern wir Möbel und andere Dinge ein, um sie an Flüchtlinge weiterzugeben. Die Einnahmen werden für unsere Flüchtlingsarbeit eingesetzt. Zum Beispiel für Lehrmaterial, das wir für unseren Deutschunterricht brauchen", sagte Hans Ottmann von der Martini-Gemeinde, der mit Ehefrau Else und dem Ehepaar Edith und Nico Bourguignon ein Team bildet und beim Trödelmarkt des Mittagstischs verkaufte.

Vom ersten Tag an dabei ist auch Karin Hall von der Lutherischen Kirchengemeinde. Sie ist seit 20 Jahren aktiv in der Hilfe, Ausländern die deutsche Sprache beizubringen. Im Wartburghaus leitet sie Kurse. Im Herbst hatte sie zu einem Treffen eingeladen, zu dem 20 Leute kamen, die ebenfalls Deutsch-Unterricht erteilen wollen. "Manchmal geht es darum, mit Leuten zu arbeiten, die unsere Schrift schon kennen, aber die Sprache nicht, manchmal aber auch mit Leuten, die unsere Schrift überhaupt nicht kennen", sagt Karin Hall und gibt einen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit.

Eng arbeiten die Martinigemeinde und die Helfer des Ökumenischen Mittagstischs zusammen. "Wir helfen nicht nur, sondern nehmen auch Hilfe an. Am Freitag haben sechs Syrer beim Aufbau geholfen. Das war toll", berichtete Bernd Herrmann, der mit Karin Schmidt und anderen den Mittagstisch dienstags und freitags organisiert, nach der großen Trödelaktion. Dienstags müssen die ehrenamtlichen Helfer inzwischen große Mehrarbeit leisten, weil die Zahl der ausgegeben Mittagessen auf bis über 150 gestiegen ist. Außerdem muss vermehrt zweigleisig gekocht werden, weil unter den Flüchtlingen sehr viele Muslime sind.

Auch die Rader Schulen werden internationaler. In allen weiterführenden Schulen gibt es entweder eine internationale Klasse oder speziellen Deutsch-Unterricht. Für die von Ausweisung bedrohte 17-jährige Mitschülerin Brikena Duraku organisierten Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums Anfang Dezember eine große Solidaritätsaktion.

(wos)
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