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Radevormwald
Viele Unfälle mit auswärtigen Kradfahrern

Radevormwald: Viele Unfälle mit auswärtigen Kradfahrern
Die Zahl der Unfälle mit Krädern ist auch in Rade weiter hoch. Im September musste in junger Fahrer, der unterhalb von Honsberg über die Leitplanke geflogen war, mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. FOTO: wos (Archiv)
Radevormwald. Die Polizei des Kreises hat gestern die Verkehrsunfallstatistik vorgelegt. In Rade gab es 2015 14 Verkehrsunfälle mit Kradfahrern und dabei auch 14 Verletzte. Es gab 71 Unfälle mit Personenschäden, darunter waren 26 Schwerverletzte. Von Wolfgang Scholl

Von steigenden Unfallzahlen für Radevormwald berichtete gestern die Kreispolizeibehörde. Die Zahl der Unfälle mit Kradfahrern stieg im vergangenen Jahr von 13 auf 14, die Zahl der Verletzten von zwölf auf 14. Bei den Unfällen mit Personenschaden stieg die Zahl von 61 auf 71. Dabei wurde keine Person tödlich verletzt (2014 eine Person). Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 22 auf 26, die Zahl der leicht verletzten Personen von 52 auf 66.

Insgesamt gab es im Oberbergischen Kreis im vergangenen Jahr 7799 Unfälle (402 mehr als 2014), 870 davon mit Personenschäden (ein Plus von 51). Die Unfallzahlen in Oberberg sind damit um 5,4 Prozent gestiegen. Die Zahl der Getöteten stieg von neun auf zehn, die der Schwerverletzten von 255 auf 261 und die Zahl der Leichtverletzten um 27 auf 873 Personen. Das Land insgesamt hat im Gegensatz dazu ein Minus von 2,4 Prozent zu verzeichnen (Oberberg plus drei Prozent).

Joachim Höller, Direktionsleiter Verkehr, sagte dazu gestern, dass die Zahl der schweren Verkehrsunfälle in Oberberg weiterhin auffallend hoch sei. Etwa die Hälfte der Unfälle mit Schwerletzten oder Getöteten ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften. Jeder fünfte schwere Unfall sei ein sogenannter Baumunfall.

Auffallend sei auch, dass die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Erwachsener weiter steige, hingegen die Unfallursache "Alkohol" rückläufig sei (von 130 auf 98, ein Minus um 25,4 Prozent)). Unfallursache Nummer eins bei den schweren Unfällen sei weiter eine zu hohe Geschwindigkeit. Danach kommen Abbiegen, Vorfahrt missachten oder fehlender Abstand und Unaufmerksamkeit - oft durch verbotswidriges Benutzen von Mobilfunkgeräten oder durch den schlechten Zustand von Straßen. 2015 ahndete die Polizei in NRW mehr als 100.000 Handyverstöße. Bei zahlreichen Unfällen stellte auch die Oberberger Polizei ein Smartphone sicher, weil der Verdacht bestand, dass der Fahrer durch seine Nutzung vom Straßenverkehr abgelenkt war, berichtete Höller. Viele Fahrer unterschätzten die Gefahren, die durch einen kurzen Blick aufs Display entstünden. Wer bei Tempo 50 für eine Sekunde abgelenkt ist, fährt 14 Meter im Blindflug. Telefonieren ohne Freisprechanlage sei so gefährlich wie 0,8 Promille im Blut, eine SMS zu schreiben wie 1,1 Promille. "Der schlechte Zustand unserer Straßen bereitet uns auch teilweise Sorgen", ergänzte Höller. Es sei dringend notwendig, die Straßen sicherer und teilweise leistungsfähiger zu machen. Um junge Leute anzusprechen und vor gefährlichen Situationen im Straßenverkehr zu warnen, gab es - auch im Theodor-Heuss-Gymnasium in Rade - 2015 wieder 15 Veranstaltungen, bei denen die Polizei 3800 junge Fahrer erreichte.

"Auffallend ist auch, dass im Nordkreis 73 Prozent der Kräder, die in einen Unfall verwickelt waren, eine auswärtige Zulassung hatten", sagte Höller. Im Südkreis waren das nur 36 Prozent. Er kündigte an, dass sich die Polizei nach der Winterperiode wieder verstärkt auch in Rade Motorradfahrer kontrollieren wird.

Quelle: RP
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