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Radevormwald
Vier Dörfer beim fairen Kegelwettstreit

Radevormwald: Vier Dörfer beim fairen Kegelwettstreit
Hans-Ewald Reichardt aus Honsberg macht vor, wie es geht: Kegelbegeisterte aus Hahnenberg, Heide, Heidersteg und Honsberg trafen sich wieder zur eigens kreierten Vier-Dörfer-Kegel-Meisterschaft. FOTO: nico hertgen
Radevormwald. Gesellig geht es zu bei diesem außergewöhnlichen Männerabend. Doch auch die deftigen Neckereien zwischen den Orten gehören zum guten Ton dazu. Das schmälert den Spaß am sportlichen und geselligen Beisammensein nicht. Von Cristina Segovia-Buendía

Beim Vier-Dörfer-Kegeln im Sport- und Seminarcenter (SSC) holte sich der Favorit und Turnierausrichter Heide zum dritten Mal in Folge den Mannschaftstitel. Als bester Kegler schaffte es Carsten Schneider aus Honsberg mit einem Rekord von 315 Holz in die Einzelwertung. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten Andreas Freymann aus Hahnenberg mit insgesamt 282 Holz und Frank Lemmer aus Heide, der 265 Holz erreichte.

Einmal im Jahr treffen sich die kegelfreudigen und ehrgeizigen Herren aus Hahnenberg, Heide, Heidersteg und Honsberg zur eigens kreierten Vier-Dörfer-Kegel-Meisterschaft. Der sportliche Wettkampf zwischen den vier Radevormwalder Ortschaften hat bereits eine mehr als 30-jährige Tradition und trug sich schon in den 1970er und 1980er Jahren auf dem Fußballfeld aus, berichtet Hans Lemmer. "In unseren jungen Jahren mit Mitte 30 haben wir uns noch beim Fußballspielen gemessen. Als wir irgendwann merkten, dass die Gelenke nicht mehr mitmachten, stiegen wir aufs Kegeln um", erklärt der 75-jährige Hobbykegler aus Heide.

Gesellig soll es bei diesem außergewöhnlichen Männerabend zugehen, doch die deftigen Neckereien zwischen den Ortschaften gehören zum guten Ton dazu, wie sich am Freitagabend kurz vor dem mehrstündigen Turnier bereits andeutete. Spieler aus dem Hahnenberger Team, Ausrichter des Vorjahresturniers, zeigten sich schon zu Beginn des Abends gut gelaunt und in Wettkampflaune und versuchten verbal, die Gegner aus der Ruhe zu bringen. Die Heider bekamen den Hahnenberger Humor als Erste zu spüren, als ihre Ausrichterqualitäten bemängelt wurden. Provokant und mit einem schelmischen Lächeln rief ein Hahnenberger Herr um kurz nach 18 Uhr, dass es längst Zeit wäre, mit dem Turnier zu beginnen. Bei ihnen hätte der Wettkampf schließlich auch immer pünktlich angefangen. Einige lachten, andere ignorierten die Kampfansage und ließen lieber ihre Wurfqualitäten für sich sprechen.

Als unparteiischer Kampfrichter wurde Horst Kreckel, Präsident des Kegelvereins "Böse Buben", verpflichtet. Mitgespielt hat er bei diesem Turnier nie. "Ich gehöre ja keinem Dorf an, komme aus der Stadtmitte", berichtete er. Das Dörfer-Kegeln finde er dennoch gut: "Es ist eine gute Sache, vor allem für den Kegelsport. Es gibt ja immer weniger, die diesen Sport betreiben."

Das macht sich langsam aber sicher auch bei den Dorf-Teams bemerkbar, bei denen die meisten Spieler zwischen 60 und 80 Jahre alt sind. "Wir versuchen zwar, auch jüngere Spieler heranzuführen, aber das ist nicht so einfach", sagte Hans Lemmer. Seinen Sohn Frank und Enkel Jannik hat er für Heide mit ins Team geholt - und auch die Teams Honsberg und Heidersteg hatten mit Christof Konrad und Oliver Blume jeweils jüngere Kegler mit in den Kader aufgenommen. Ein richtiger Generationenwechsel steht allerdings noch aus. Das Frauen nicht mitkegeln, soll sich nach Meinung von Hans Lemmer auch in Zukunft nicht ändern: "Es soll ein Männer-Abend bleiben."

Das Frauen durchaus Interesse an einer Dorf-Meisterschaft hätten, sagte Zuschauerin Melanie König, die ihren Mann und das Team aus Heidersteg anfeuerte: "Wenn es sowas auch für Frauen geben, wäre ich auch dabei. Es ist ein schöner Sport und das Vier-Dörfer-Kegeln ja eine lustige Veranstaltung mit viel Spaß."

Quelle: RP
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