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Radevormwald
Völkerverständigung in der Küche

Radevormwald: Völkerverständigung in der Küche
Echte Gemeinschaftsarbeit: Deutsche und niederländische Schüler kochten gestern in der Lehrküche der Sekundarschule Marmelade ein. FOTO: moll
Radevormwald. Das Theodor-Heuss-Gymnasium begrüßt in dieser Woche Gäste aus den Niederlanden. Beim Erasmus-Programm geh es vor allem darum, den Fairtrade-Gedanken zu fördern und zu leben. Mit der Verständigung gibt es keine Probleme. Von Cristina Segovia-Buendía

20 Austauschschüler aus den Niederlanden besuchen noch bis Dienstag das Theodor-Heuss-Gymnasium. Beim Erasmus-Programm beschäftigen sie sich mit 20 Achtklässlern aus Radevormwald mit dem Thema "Fairtrade". Gestern wurde Marmelade aus fair gehandelten Produkten gekocht - und die Schüler entwarfen dabei auch noch neue Fairtrade-Logos.

Seit Mittwoch sind die niederländischen Austauschschüler für eine Woche in der Bergstadt. Mit ihren gleichaltrigen Austauschpartnern verstehen sie sich sehr gut. Die Chemie zwischen ihnen stimmt, denn als gestern Vormittag die ersten beiden Projektgruppen starteten, hatten sich in der Kochgruppe schnell und unkompliziert kleine, gemischte Teams gebildet. Sie schälten in der Lehrküche der Sekundarschule gemeinsam Früchte, zerkleinerten sie und kochten sie zu einer wohlriechenden Marmelade auf. Die landete schließlich in Einmachgläsern und schmeckte beim Fairtrade-Frühstück den 40 Schülern und Lehrern bestens.

Der sprachliche Austausch erfolgt auf Englisch. Auch das klappt gut. Die Vierer- und Sechsergruppen hatten schnell die Aufgaben verteilt: Während die einen an den fair gehandelten Früchten wie Kiwis, Bananen und Pampelmusen schnibbelten, holten die anderen die Kochtöpfe hervor und bereiteten die weiteren Zutaten, wie Zucker und Gelatine vor. Es ging Hand in Hand. Zwischendurch wurde geschmunzelt und gelacht, die Schüler schienen am Kochen und der Gemeinschaft Spaß zu haben. "Das ist auf jeden Fall mal was anderes als normaler Unterricht", sagte Moritz Kliesch. Der 13-Jährige fand nicht nur das Marmelade-Kochen spannend. "Es ist auch schön, mit unseren Austauschschülern was zu machen, die hat man ja auch nicht so häufig zu Besuch." Die Verständigung sei kein Problem, sagte Moritz. "Das klappt eigentlich ganz gut mit dem Englischen."

Sein niederländischer Austauschpartner Daniel Kaiuluhu (13) rührte derweil etwas kritisch im aufkochenden Brei herum. "Ich koche eigentlich überhaupt nicht gerne", sagte er. "Aber der Austausch und das Projekt gefallen mir sehr gut. Die Leute hier sind wirklich sehr nett, und auch das Essen schmeckt lecker." Fairtrade ist für beide Jungs nichts Neues. Das THG ist eine ausgezeichnete Fairtrade-Schule. "Und wir haben schon über das Thema im Unterricht gesprochen", sagte Daniel. Lehrerin Nadine Hinnenthal lobte das Projekt: "Ich bin sehr froh, dass sich meine Kollegen so sehr darum bemüht haben, Erasmus bei uns genehmigt zu bekommen, denn es ist für unsere Schüler viel zu wichtig." Durch den Austausch fördert das Programm ein weltoffenes Denken. "In Anbetracht der aktuell politischen Entwicklung sind solche Programme umso wichtiger."

Drei Jahre dauert das Projekt, an dem sich neben dem THG auch die Partnerschule aus den Niederlanden und eine weitere aus Schweden beteiligen. "Vergangenes Jahr haben wir unsere Schüler nach Schweden und in die Niederlande geschickt und uns alle in Radevormwald zum Abschluss getroffen. Dieses Jahr sind die Niederländer die Ausrichter", sagte Pädagogin Nicole Lange. Gemeinsam mit ihren Kollegen Nina Heinze und Tobias Flamme hat sie das Erasmus-Programm am THG ins Rollen gebracht. "Für die Schüler eine tolle Sache", sagte sie.

Quelle: RP
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