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Radevormwald
Volksschüler aus Niederdahl erinnern sich an ihre Schulstreiche

Radevormwald. Ein altes Foto, auf dem eine ganze Kinderschar zu sehen ist, diente Franz Breitkopf als Wegweiser. Er plante wieder einmal ein Treffen ehemaliger Schüler der Volksschule Niederdahl. "Das Foto wurde zur Einschulung 1953 aufgenommen. Es zeigt die I-Dötzchen wie auch die Schüler der Jahrgänge 1951 und 1952", sagte er. Damals seien die Jahrgänge mit nur acht oder zehn Kindern bestückt gewesen. Daher wurden gleich drei Jahrgänge zusammengelegt und in einem Klassenzimmer gleichzeitig unterrichtet. Somit gibt es auch ein Klassentreffen unabhängig davon, in welche Altersstufe der jeweilige Schüler einst war. "Wir treffen uns alle fünf Jahre. Leider wird die Gruppe bei jedem Treffen weniger. Ich konnte 24 ehemalige Schüler einladen und 16 Zusagen verbuchen", sagte Breitkopf. Samstagabend traf sich die Gruppe zu einem geselligen Beisammensein im Restaurant "Schnitzelhaus". Als besonderes Bonbon hatte der Organisator eine kleine Fotoschau mit 150 Bildern vorbereitet. "Es sind einige alte Fotos aus privaten Sammlungen und auch Ansichten aus der heutigen Zeit im Vergleich", sagte Breitkopf, der alte Postkarten aus der Region sammelt. Da sich einst das Einzugsgebiet der Schule Niederdahl weit über Oberdahl, Dahlerau, Vogelsmühle und Teile der Kirchstraße erstreckte, war das Ansichtsmaterial vielfältig. "Eine tolle Idee die Fotoschau", lobten Sigrid Traub, geborene Greling und Doritha Ruppert, geborne Bachstetter. Sie gehörten dem Jahrgang 1952 und hatten einst die gleichen Lehrer wie die anderen. Auf dem Treffen fielen Namen wie Hans Pfitzenreuter, Doris Nesselrath und Rektor Wilhelm Wienheller. Henning vom Berg, einst Jahrgang 1951, weiß noch eine schmerzhafte Begebenheit aus dem Unterricht mit Lehrerin Ursula Rohs zu berichten. "Damals gab es leider noch körperliche Erziehungsmaßnahmen, wenn ein Schüler nicht parierte. Ich war ein Plaudermaul und wurde beim Sprechen im Unterricht mehrfach ermahnt. Dann aber gab es eine tüchtige Backpfeife. Ein Ring der Lehrerin traf mein Auge. Viele Tage lang musste ich mit dem Veilchen herumlaufen". Doch auch an Streiche kann er sich erinnern: Da wurden die rotbackigen Äpfel in Gärten rund um die Schule gestohlen oder auch mal aus einer Lust heraus ein Felsbrocken über die Straße gekullert. Dieser machte sich letztlich selbstständig und landete in einem der Gärten. "Das hat dann immer mächtig Ärger am nächsten Tag in der Schule gegeben. Nachsitzen oder Strafarbeit waren dann an der Tagesordnung", sagte Henning vom Berg.

An einen Obstdiebstahl erinnert sich auch Breitkopf. "Unser Opfer war das Lebensmittelgeschäft Bausche. Dort gab es die dicksten Äpfel und hinterher auch den Ärger", amüsierte er sich heute noch. Weiter fallen ihm die vielen Stunden daheim ein, in denen er Gedichte auswendig lernen musste. "Darauf legte Rektor Wienheller größten Wert", erzählte er.

(sig)
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