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Radevormwald
Volkstrauertag im Zeichen des Stadtjubiläums

Radevormwald. Bürgermeister Johannes Mans hat mit seiner Ansprache am Volkstrauertag die Ängste und Sorgen von vielen Bürgern aufgegriffen. "Wir befinden uns in einer Zeit, in der nationalistische und egoistische Denkansätze in den Vordergrund treten. Wir dürfen uns nicht davon leiten lassen, sondern müssen in unserem Lebensbereich für Freiheit und Zivilcourage kämpfen", sagte der Bürgermeister gestern Nachmittag im Bürgerhaus. Von Flora Treiber

Auch ihm machen die vielen ungelösten Konflikte auf der Welt Angst, die vielen Terroranschläge bereiten ihm Kopfschmerzen, die amerikanische Präsidentenwahl der letzten Woche steigert seine Sorge um den Weltfrieden. "Die Unsicherheiten wachsen täglich. Wir leben in einer internationalen Krise und sind weit von Frieden entfernt."

Zum Volkstrauertag, der an die Opfer der letzten Kriege erinnern soll, machte Mans den Schrecken wieder aktuell und forderte seine Bürger auf, für demokratische und menschenwürdige Werte einzustehen. "Wir dürfen den Blick für das Schöne und Beeinflussbare nicht verlieren."

Neben seiner kraftvollen und menschlichen Ansprache war der Gemischte Kirchenchor St. Marien gemeinsam mit dem Rheinisch-Bergischen Streichquartett für die Gestaltung des Volkstrauertages verantwortlich. Chorleiter Bernhard Nick zeigte ein in sich geschlossenes Programm, das sich mit der Geschichte Radevormwalds auseinandersetzte. "Zum Stadtjubiläum haben wir ein Konzert entwickelt, das an die Opfer unserer Stadt erinnert", sagte Martin Dargel, Vorsitzender des Kirchenchores. Regionalkantor Bernhard Nick hat dafür im letzten Jahr viele Texte geschrieben, die das Elend und die Not der Menschen aufzeigen. Dazu wurden viele Fotos und Zeichnungen aus Radevormwald gezeigt.

Werke aus dem Musical "Les Misérables", aus dem Film "Schindlers Liste", aus dem Requiem von Gabriel Fauré und von John Rutter verbreiteten eine kraftvoll-sentimentale Stimmung. Mit Rainer Schrapers am Flügel gelang die musikalische Zeitreise durch 700 Jahre Stadtgeschichte.

Das Publikum zeigte gestern nicht nur das große Interesse an dem Stadtjubiläum und der Musik des Kirchenchores St. Marien, sondern auch an der Teilnahme vergangener und aktueller Verluste. "Für das Leben in Radevormwald wünschen ich allen die Achtung und Toleranz vor Mitmenschen und weiterhin einen guten Zusammenhalt sowie soziale Mitverantwortung", sagte Mans.

Quelle: RP
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