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Serie Ehemalige Erinnern Sich An Ihre Heimatstadt
Vom Kollenberg in die Welt des Sports

Serie Ehemalige Erinnern Sich An Ihre Heimatstadt: Vom Kollenberg in die Welt des Sports
Radevormwald. Zum Stadtjubiläum stellen wir Rader Persönlichkeiten vor, die sich gerne an ihre Heimatstadt erinnern. Zum Auftakt berichtet der aus Hahnenberg stammende, weltbekannte Leichtathletik-Trainer Gerd Osenberg. Er sieht Rade noch als seine Stadt an. Von Flora Treiber

Gerd Osenberg hat einige der besten deutschen Leichtathleten trainiert und verbuchte selber sportlichen Erfolg als Stabhochspringer. Seine Schützlinge wie Ulrike Nasse-Meyfarth, Heide Ecker-Rosendahl oder Heike Henkel wurden Olympiasieger oder Weltrekordler. Seine Begeisterung für den Sport und sein großes Talent entdeckte er im Radevormwalder Stadion auf dem Kollenberg.

Seine Heimat Radevormwald bezeichnet der 79-Jährige noch heute als seine "Lieblingsstadt". Er denkt mit Begeisterung an seine Kindheit und Jugend zurück und betrachtet seine Heimat immer noch wie ein Bewohner. Trotzdem hat er den Blick von außen. Die Ereignisse in den vergangenen Jahrzehnten hat er mit großem Interesse verfolgt.

Aufgewachsen ist Gerd Osenberg in Hahnenberg. Seine Kindheit war durch Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg gekennzeichnet. "Ich erinnere mich an einige Bombennächte. In der Schule ist viel Unterricht ausgefallen", sagt Osenberg, der in Leverkusen wohnt. Ab 1948 ging er auf das Gymnasium nach Lennep. Die Eisenbahnstrecke und die Haltestellen wurden für ihn zur Lebensader. "Der Bahnhof in Rade ist einer der Plätze, an die ich besonders viele Erinnerungen habe. Ich vermisse ihn noch heute, wenn ich durch die Stadt gehe", sagt er.

Mit zwölf Jahren ist er in den Verein Schwarz-Weiss Radevormwald eingetreten, der einige Jahre später gemeinsam mit dem damaligen Turnverein zum heutigen TSV wurde. Gerd Osenberg gilt als Gründungsmitglied. "Meinem Übungsleiter Heinz Brüninghaus habe ich viel zu verdanken. Auf dem Sportplatz lernte ich auch die Familie Rosendahl kennen." Mit Heide (Ecker)-Rosendahl trainierte er als Jugendlicher. Er hat diese Zeit immer noch lebendig vor Augen. "Das vergisst man nicht. Wir haben für den Sport gelebt und viel erreicht. Radevormwald war damals bekannt für seine herausragenden Sportler. Das macht mich heute noch stolz", sagt Osenberg.

Nachdem er seine Geburtsstadt 1966 fürs Studium verließ, ist er immer wieder zurückgekommen, um Familie und Freunde zu besuchen und den Bezug zu den Wurzeln nicht zu verlieren. So kommt er heute zu einem Familientreffen der Familie Specht, der Familie seiner Frau. Die industrielle Entwicklung der Stadt in den vergangenen 50 Jahren, besonders die baulichen Erweiterungen im Osten, sind ihm fremd. "Ich bin froh, dass die Innenstadt ihren Charakter beibehalten und sich nicht stark verändert hat. Der Markt ist mir vertraut, und das wird hoffentlich immer so bleiben."

Für das Leben in Rade wünscht er sich, dass dem Sport wieder mehr Raum gegeben wird. "Im Gegensatz zu Politik oder Religion ist Sport eine einigende Kraft, in der es keine Konflikte gibt. Das muss in größerem Rahmen gefördert werden."

Die Möglichkeit, sich als Stadt über den Sport anderen Städten und Kulturen zu öffnen, sieht er als Chance. "Der Sport ist global und verbindet", sagt Osenberg. Er ist seiner Heimat dafür dankbar, dass er seinen Traumberuf gefunden und die Reichweite des Sportes entdeckt und schätzen gelernt hat. "Das muss, auch für Asylbewerber, wieder belebt werden. Ich denke dabei nicht an ein Image, sondern eine konkrete Plattform für Jugendliche", sagt er. Zu "700 Jahre Radevormwald" ist das sein Wunsch und gleichzeitig seine Aufforderung an seine Heimatstadt.

"Meine Dankbarkeit an meine Trainer, die Erinnerungen an die Eisenbahn und meine Zeit auf dem Sportplatz werden mich immer mit Radevormwald verbinden."

Quelle: RP
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