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Radevormwald
Von der Steckdose zur Internetsteuerung

Radevormwald: Von der Steckdose zur Internetsteuerung
Dirk Giersiepen ist als Mitglied der vierten Generation seit Beginn der 1990er Jahre in der Geschäftsführung und seit vielen Jahren der Geschäftsführende Gesellschafter, unterstützt von weiteren Geschäftsführern. FOTO: Moll Jürgen
Radevormwald. Rades größer Arbeitgeber Gira Giersiepen wird am 1. August 111 Jahre alt. Das Unternehmen mit 1250 Mitarbeitern hat einen Gruppenumsatz von 300 Millionen Euro. In wenigen Tagen startet das Unternehmen ein weiteres Großprojekt. Von Wolfgang Scholl

Eine Steigerung der Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen Jahren von 800 auf 1250, die Ausweitung des Gruppenumsatzes auf 300 Millionen Euro (260 Millionen bei Gira), die Übernahme von Stettler (Burgwindheim) als Spezialist für Gebäudetechnik und die Mehrheitsbeteiligung an der Software-Schmiede ISE in Osnabrück im Jahr 2011 mit Vergrößerung von 45 auf 90 Mitarbeiter: Das sind einige Fakten in der Entwicklung von Gira seit den Feiern zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2005. Am Montag wird Gira, in Wuppertal gegründet und seit 1910 in Radevormwald ansässig, 111 Jahre alt. "Ich bin froh, das man mich überzeugt hat, auch dieses Datum zu feiern", sagt der Geschäftsführende Gesellschaft Dirk Giersiepen. Auch auf dem Stand der für die Branche federführenden Messe "Light + Building" in Frankfurt war der Geburtstag ein Thema.

"Gefeiert" wird mit einer Millionen-Investition. Schon in wenigen Tagen rollen die Bagger an, um an der Bundesstraße 229/483 auf dem Gelände des ehemaligen Aldi-Zentrallagers einen Unternehmensteil für 500 bis 550 Mitarbeiter entstehen zu lassen, der in knapp zwei Jahren bezogen werden soll.

Etwa zwei Drittel der Gira-Produkte werden in Deutschland vertrieben. Durch Produkte nach britischem Standard und eine gezielte Internationalisierungs-Strategie möchte das Radevormwalder Unternehmen den Exportanteil steigern und weiter wachsen, zum Beispiel in Indien oder Hongkong. "Zwar kann der Brexit mit Ausstieg aus der EU nicht positiv sein, wir glauben aber nicht, dass er Handelsbeschränkungen nach sich zieht", sagt Dirk Giersiepen.

Unternehmen gingen damit sehr pragmatisch um. Als Unternehmer ist sein Blick immer in die Zukunft gerichtet - geprägt von der Evolution und Revolution durch das Internet. Im Vertrieb öffnen sich weitere Wege. Die Produkte sind heute auf allen Kanälen für den Endkunden, etwa über die sozialen Medien, zu finden - als "Empfehlungsmarketing" und Bewusstsein "für ein modernes elektronisches Nervensystem in Gebäuden". Im Bereich der Technologie und Produktentwicklung ist die Vernetzung die große Herausforderung. Produktsysteme würden heute verbunden. "Da muss man anpassungsfähig sein", sagt Dirk Giersiepen und ergänzt: "Das Internetprotokoll ist aber für ein mittelständisches Unternehmen trotzdem beherrschbar. Insgesamt sehe ich die Chancen größer als die Risiken." Für den Technologiesprung stellt sich das Unternehmen in der Spitze in Teilen gerade neu auf.

Offensiv ist Gira im Februar auch mit der in den 111 Jahren seit Firmengründung ersten, vorsorglichen Rückrufaktion für Kinderschutz-Steckdosen umgegangen. "Wir sind es gewohnt, den Markt offen und geradeaus zu informieren und dem Markt nichts vorzumachen", sagt Dirk Giersiepen.

Quelle: RP
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