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Radevormwald
Weniger Betten vermietet

Radevormwald. Die Jugendherberge hat für das vergangene Jahr einen Rückgang der Übernachtungen von 4,9 Prozent zu verzeichnen. Leiterin Claudia Jahnke möchte die Zahlen in diesem Jahr konstant halten und setzt mehr auf Familien. Von Wolfgang Scholl

Um mehr als sechs Prozent sind die Übernachtungszahlen im Bergischen Land im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Jugendherberge an der Telegrafenstraße hat zwar ebenfalls niedrigere Zahlen hinnehmen müssen, steht aber mit einem Minus von 4,9 Prozent etwas besser als der Schnitt da.

"2008 hatte Rade 18 943 Übernachtungen, 2009 waren es 18 014", berichtet Bärbel Mott, Pressesprecherin des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) im Rheinland, aus Düsseldorf. Der Landesverband habe ein Minus von 1,8 Prozent zu verzeichnen. "Wir glauben, dass die Wirtschaftskrise einer der maßgebenden Gründe ist", sagt Mott. Für Radevormwald sieht sie einen Grund in dem bis Juli geschlossenen "life-ness". "Für viele unserer Gäste war das Freizeitbad ein Magnet", sagt Mott.

Attraktiv für Schulklassen

Herbergsleiterin Claudia Jahnke, die seit der Wiedereröffnung an der Telegrafenstraße tätig ist, sieht im neuen "life-ness" einen der Gründe, warum das Haus bei Schulklassen und zunehmend Familien attraktiv ist. Besonders Familiengruppen hätten im vergangenen Jahr für einen Ausgleich zu fehlenden Klassenfahrten gesorgt. "In dieser Woche ist eine Schwimmer-Gruppe bei uns", sagt sie. Schulklassen bis zum 5. Schuljahr besuchen gerne die Indoorspielhalle und das Schwimmbad, wenn Spielgeräte im Wasser sind.

Helfen soll auch das neue Programm "Die Luft ist raus! – mit Gelassenheit den Alltag meistern". Schüler sollen lernen, sich zu entfalten. "Sie lernen bei uns, mit Stress besser umzugehen und ihn gezielt abzubauen. Damit sie den Wert von Entspannung schätzen lernen, wird bewusst eine ruhige, gelassene Atmosphäre geschaffen", wirbt die Jugendherberge.

Auch aufgrund dieser Perspektiven sieht man beim DJH vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Erfüllen könne man in dem 2002 wiedereröffneten und modernisierten Haus den bei Messen und persönlichen Anfragen oft geäußerten Wunsch nach Zimmern mit Dusche und WC. "Die Zahl der Vorausbuchungen belegt dies", sagt Mott, die die starren Zeiten für Klassenfahrten kritisiert. "In der Woche vor den Herbstferien ist kein Bett mehr zu bekommen", sagt Mott, "da hätten wir jedes Bett zweimal verkaufen können." Zu anderen Zeiten herrscht dagegen Ebbe.

An die Telegrafenstraße kommen weiter auch viele Sportgruppen. "Aber auch Kirchengruppen buchen das Haus. Erstmals sind wir in den Osterferien fast ausgebucht", berichtet Claudia Jahnke, die auch 2010 wieder Gruppen von Fußballschulen begrüßen kann.

Weiterentwickeln möchte sie die Zusatzprogramme. In Gesprächen ist sie mit Jörg Benjamins vom Sport- und Seminar-Center an der Jahnstraße. "Vielleicht ergibt sich eine Kooperation, durch die das SSC seine Referenten besser auslasten kann und wir Betten belegen", sagt Jahnke, die im Sommer wieder Zirkuscamp-Gäste begrüßt.

Quelle: RP
 
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