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Radevormwald
Weniger Radevormwalder ohne Beschäftigung

Radevormwald. Die Arbeitslosenzahl ist im Stadtgebiet aktuell auf 754 Erwerbslose gesunken. Das ist laut Arbeitsagentur in dieser Jahreszeit üblich. Arbeitssuchende erfüllen oftmals die Angebotsansprüche nicht. Von Stephan Singer

Das Sommerloch scheint überwunden, die Arbeitslosigkeit ist in der Region saisonbedingt gesunken. Dieses Resümee zieht die für Radevormwald zuständige Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach. Regina Wallau, Pressesprecherin der Agentur, spricht von einem "relativ stabilen" und in diesem Jahr generell "sehr unspektakulären" Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach Arbeitsplätzen bewege sich weiterhin auf hohem Niveau, genauso die Nachfrage nach Arbeitskräften.

Aber: Die Arbeitsagentur stellt generell fest, dass die Schere zwischen dem Qualitätsniveau des Angebotes an Arbeitskräften und dem der Arbeitskräftenachfrage stetig weiter auseinandergeht. Bedeutet im Klartext: Die bei der Agentur registrierten Arbeitslosen sind für die ausgeschriebenen Stellen oft nicht qualifiziert genug.

Mit einer Arbeitslosenquote im Agenturbezirk von 6,4 Prozent (24.160 gemeldete Arbeitslose) lag die Zahl auf Vorjahresniveau (September 2015: 6,4 Prozent, 24.070), aber unter der Zahl des Vormonats (August 2016: 6,6 Prozent, 24.950). "Der Arbeitsmarkt in unserem Bezirk folgt damit dem saisonüblichen Verlauf", kommentierte Nicole Jordy, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit. Wie erwartet sei die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen besonders stark zurückgegangen, da die Arbeitgeber nach den Sommerferien wieder einstellen und auch viele junge Menschen ihre Berufsausbildung starten.

Aber, so betonte Wallau: "Es gibt noch viele freie Ausbildungsplätze, für die sich Jugendliche auch aktuell noch bewerben können und sollten!" Im Fokus der Arbeit der Arbeitsagentur stünden schließlich die Verringerung von Jugendarbeitslosigkeit und das Finden von Lösungen für Geringqualifizierte, um Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden.

Im Oberbergischen Kreis sank die Arbeitslosigkeit im September um 293 Personen (3,6 Prozent) auf 7904. Das sind 197 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Kreis liegt bei 5,3 Prozent, nach 5,5 Prozent im Vormonat und 5,3 Prozent im Vorjahr. Für den Oberbergischen Kreis hat die Arbeitsagentur im Moment 1915 freie Stellen im Angebot (69 mehr als im August 2016).

In der Stadt Radevormwald sind zurzeit 754 Menschen arbeitslos gemeldet. Im August dieses Jahres waren es 786 Erwerbslose.

Sorge bereitet der Arbeitsagentur nach wie vor das Thema Qualifikation der Arbeitssuchenden. "50 bis 55 Prozent unserer Kunden suchen einen Arbeitsplatz auf Helferniveau, also einen Job, der ohne Berufsausbildung ausübbar ist. Diese Anforderung erfüllen aber nur 16 bis 20 Prozent der offenen Stellen", stellte Regina Wallau klar. Erfreulich sei, dass es bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung einen "absoluten Höchststand" gebe. In den Regionen gebe es aber Unterschiede: Während in Leverkusen und in Oberberg mehr Menschen zur Arbeit ein- als auspendeln bzw. sich das Verhältnis beinahe in der Waage bewegt, ist in Rhein-Berg eklatant, dass fast 30.000 Personen zur Arbeit auspendeln.

Quelle: RP
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