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Radevormwald
Weniger unbesetzte Lehrstellen im Kreis

Radevormwald: Weniger unbesetzte Lehrstellen im Kreis
„Der Bedarf der Wirtschaft an Fachkräften ist unvermindert hoch“, so Krause. FOTO: Catja Vedder/Arbeitsagentur
Radevormwald. Die Halbjahres-Bilanz des Ausbildungsjahrs 2016/2017 im Oberbergischen Kreis zeigt: Die gemeldeten Bewerber und Ausbildungsstellen werden weniger. Trotzdem gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen kleinen positiven Trend. Von Sebastian Esch

Obwohl die Zahl der offenen Lehrstellen weiter zurückgeht und auch die Bewerberzahlen sinken, fällt die Halbjahres-Bilanz zum Ausbildungsjahr 2016/2017 der für den Oberbergischen Kreis zuständigen Agentur für Arbeit trotzdem leicht positiv aus. Denn im Vergleich zum Vorjahr sind aktuell weniger Stellen unbesetzt und Bewerber ohne Arbeit.

So wurden der Arbeitsagentur im Oberbergischen Kreis bis zum Stichtag, 31. März, 1167 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind rund 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr (1237). Davon sind aktuell noch 579 Stellen unbesetzt - das sind 18 Plätze weniger als im vergangenen Jahr. Zumindest ein kleiner Erfolg.

Detaillierte Zahlen für den Kreis wertet die Arbeitsagentur nicht aus, fest steht aber, dass der Trend bei den gemeldeten Bewerbungen weiter abwärts geht. "Oberberg zeichnet sich durch weiter sinkende Bewerberzahlen aus", sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. "Dennoch ist der Bedarf der Wirtschaft an Fachkräften ungemindert hoch." Eine wichtige Grundlage für die zukünftige Fachkräftesicherung sei die duale Ausbildung, die gemeinsame Herausforderung nun, "für alle Bewerber passende Ausbildungsplätze zu finden und für die Unternehmen die passenden Azubis", erklärt Krause.

Im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit sieht die Lage sehr ähnlich aus. Dort wurden nur 2854 Berufsausbildungsstellen gemeldet - 6,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor (3053). Gleichzeitig haben sich bislang aber auch nur 3480 Bewerber den Wunsch nach einer Ausbildungsstelle bei der Arbeitsagentur angenommen. Auch das sind 1,7 Prozent weniger als im Jahr davor.

Anhand der Zahlen ist außerdem die Beliebtheit bestimmter Berufe in den einzelnen Regionen und Gewerken abzulesen: So sind im Oberbergischen Kreis bereits jetzt mehr KFZ-Mechatroniker eingetragen als zum Stichtag im vergangenen Jahr. Auch Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung und Klima, die Dachdecker und Tischler liegen hoch im Kurs. Besonders gut läuft es bei den Elektronikern für Gebäude und Energietechnik. Dort sind schon doppelt so viele Verträge wie im März 2016 unterschrieben.

Problemkinder gibt es allerdings auch: Erst ein einziger Vertrag für den Beruf Maler und Lackierer ist im Oberbergischen Kreis zustande gekommen, bei den Fahrzeuglackieren noch gar keiner. Auch die Ausbildung zum Friseur lockt nur noch die allerwenigstens jungen Menschen hervor. Deutlich weniger Verträge wurden bisher abgeschlossen.

Um dem entgegenzuwirken wollen die Friseure gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft eine Vielzahl an zusätzlichen Reizen schaffen. Gemeint sind damit beispielsweise Doppelqualifizierungen, Zusatz-Zertifikate und Sprachförderung. "Gerade diese stark individualisierte und extrem kundennahe Dienstleistung benötigt in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte", betont Marcus Otto.

Zusätzlich möchte die Kreishandwerkerschaft auch die Flüchtlinge besser in die Berufsausbildung integrieren. Für diese wurden extra sogenannte "Willkommenslotsinnen" eingestellt, die dem interessierten Flüchtling neben einer passgenauen Vermittlung in eine Ausbildung besonders auch die Perspektiven einer Ausbildungsstelle im Handwerk aufzeigen sollen.

Quelle: RP
 
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