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Radevormwald
WFG bei Gewerbebrachen überfordert

Radevormwald: WFG bei Gewerbebrachen überfordert
Für die großen Hallen der alten Papierfabrik in Wilhelmstal gibt es keine Zukunftsperspektive. Im Sande verlaufen war vor vielen Jahren eine Initiative der Politik. Seit dieser Zeit ist das Thema nicht mehr aktuell. FOTO: wos
Radevormwald. Mit der ehemaligen Papierfabrik Wilhelmstal und Hardt Pocorny gibt es zwei große, wenig genutzte Industriebrachen. Auch für den Wuppermarkt wird ein neuer Investor gesucht. Und auch der städtische Wülfing-Anteil bereitet Probleme. Von Wolfgang Scholl

Seit dem 1. Oktober ist Frank Nipken neben seiner Tätigkeit als Beigeordneter und Kämmerer der Stadt auch Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). Ziele des Unternehmens sind neben der Beantwortung von Tourismusfragen und der Organisation von Events auch die Vermarktung von Grundstücken im Gewerbegebiet Ost und weitere Hilfen für Gewerbetreibende im Kontakt zur Stadt und zu anderen Behörden. Für diese beiden Aufgaben stehen der WFG mit Michael Langenau (Liegenschaften, abgestellt von der Stadtverwaltung) und Heike Ueberall als Teilzeitkraft zwei Mitarbeiter zur Verfügung.

Die aktuelle Situation einer Vermarktung von Grundstücken im neuen Gewerbegebiet Ost sieht Frank Nipken als gut an. Es gebe sowohl Gespräche mit Radevormwalder Unternehmen als auch mit auswärtigen. Da die Zahl der vorhandenen Grundstücksflächen aber derzeit begrenzt ist auf den Bereich an der Erlenbacher Straße unterhalb der Bundesstraßen 229/483 und von Rädereichen (B 229), sollte demnächst eine Erweiterung des Gewerbegebietes in Richtung Osten in Angriff genommen werden.

Neben der Gewerbeansiedlung in Neubaugebieten hatte sich die WFG vor einigen Jahren parallel auch einmal der Aufgabe widmen wollen, die Vermittlung freier Gewerbeflächen mit Immobilien im Bestand mit in die Arbeit einzubeziehen. Der frühere Geschäftsführer Rainer Meskendahl hatte erklärt, dass dieses Thema bei Gesprächen mit Unternehmern einfließe. An dieser Stelle sieht Frank Nipken seine Gesellschaft an der Grenze der Möglichkeiten angekommen. Sich zum Beispiel um die zum Teil freistehenden großen Gewerbe- und Industriebrachen und -flächen zu kümmern, dafür fehlten die Kapazitäten.

Radevormwald hat auf den drei Grundstücken der früheren Textilfabriken Hardt Pocorny in Dahlhausen, Schürmann & Schröder (Wuppermarkt), Wülfing (Dahlerau) sowie in Wilhelmstal große ehemalige Gewerbeflächen oder -parks, die zum Wohl der Stadt weiterentwickelt werden könnten. Das Thema Entwicklung bei Hardt Pocorny und in Wilhelmstal (ehemalige Papierfabrik) ist von der Verwaltung und in der Politik in den vergangenen Jahren nicht mehr angesprochen worden. Bei Hardt Pocorny gibt es seit etwa einem Jahr einen neuen Eigentümer, der noch keine Vorschläge nach außen getragen hat. Am Wuppermarkt ist der Eigentümer seit einigen Jahren auf der Suche nach einem Käufer der großen Fläche an der Wupper.

"Ich glaube, dass eine Entwicklung in einem der Gebiete mit Ausnahme von Wülfing nur durch einen Investor möglich wäre", sagt Nipken. Die WFG sei mit der Aufgabe überfordert, für die drei großen Flächen ein Zukunftskonzept zu entwickeln. "Die Entwicklung auf unserem Teil des Wülfing-Geländes gestaltet sich für uns als Stadt schon schwer genug", sagt Nipken. Die Stadt hat erst wenige Büroflächen saniert und vermietet.

Ingrid Bartholomäus, die Vorsitzende des Aufsichtsrates, will dieses Thema bei den anstehenden Gesprächen über die zukünftigen Aufgaben der Gesellschaft ansprechen. "Wir haben mit dem neuen Bürgermeister vereinbart, dass wir einmal alles auf den Prüfstand stellen wollen", sagt Bartholomäus. Sie ist der Meinung, dass es zu diesem Thema auch Gespräche mit den jeweiligen Eigentümern geben müsse. Zudem müsse sich die Politik der Problemfelder der alten Industrieflächen annehmen. Bartholomäus sieht das Thema aber als langfristig an - wenn die zukünftige Ausrichtung der WFG beschlossen worden ist.

"Bei schwierigen Eigentumsverhältnissen wie in einigen Bereichen sind der Stadt zudem manchmal die Hände gebunden, und sie muss zuschauen", sagt Frank Nipken.

Quelle: RP
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