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Radevormwald
Widerstand gegen Baugebiet Karthausen

Radevormwald: Widerstand gegen Baugebiet Karthausen
So groß wie die letzten drei Baugebiete in Radevormwald zusammen: In Karthausen/Oberm Kümpel sollen auf mehr als 14 Hektar neue Häuser und Wohnungen entstehen. Die für Stadtplanung und Umwelt zuständige Elisabeth Böhmer sprach im Fachausschuss von möglichen 300 bis 450 Wohneinheiten. FOTO: wolfgang scholl
Radevormwald. Auf 14 Hektar plant die Stadt, 300 bis 450 Wohneinheiten zu errichten. 2019 soll es in mehreren Abschnitten über die nächsten acht bis zehn Jahre losgehen. AL und Bündnis 90/Die Grünen halten die Fläche für keinen guten Standort. Von Joachim Rüttgen

Kritik im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt gab's an den Plänen der Stadt, in Karthausen ein Neubaugebiet zu errichten. Dort sollen auf 14 Hektar Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Die AL zweifelt daran, dass es sich um einen guten Standort handelt. "Wir sind gegen die Ansiedlung auf der grünen Wiese", sagte Petra Ebbinghaus.

Ähnlich äußerte sich Bernd Bornewasser von Bündnis 90/Die Grünen). 14 Hektar Grünland weit ab der City, wie sei es da mit dem Nahverkehr?, fragte er. "Ich halte ein solches Projekt für risikoreich. Wir ziehen Gebäude für Familien hoch, die außerhalb von Rade arbeiten und einkaufen werden", sagte er. Bornewasser fordert von der Stadtverwaltung, die demografische Entwicklung zu berücksichtigen.

Elisabeth Böhmer sagte, dass die Bevölkerungsprognosen sehr weit auseinandergehen. "Deshalb erfolgt unsere Rahmenplanung ja auch in Abschnitten, um bedarfsorientiert entwickeln zu können", sagte sie. Außerdem gebe es in Rade zurzeit kein einziges städtisches Grundstück mehr, dass man bebauen könnte. Und beim Fachamt liege schon eine große Warteliste mit Interessenten für ein Baugrundstück in Karthausen.

"Dieses Baugebiet ist so groß, wie die letzten drei Gebiete in Rade zusammen", sagte sie und sprach von 300 bis 450 Wohneinheiten, die auf der Fläche möglich seien. Wichtig sei es der Stadt, das Baugebiet in drei bis vier Abschnitten auf den Markt zu bringen und die Infrastruktur zu schaffen. "Wie bei einem Puzzle muss alles ineinandergreifen", sagte Elisabeth Böhmer. Der Markt für ein solch großes Projekt sei vorhanden - wie auch schon die große Nachfrage bei der Bebauung des Jahnplatzes gezeigt habe.

Arnold Müller (SPD) wünscht sich eine größtmögliche Flexibilität bei der individuellen Gestaltung der Grundstücke und Bauformen, was Elisabeth Böhmer nur eingeschränkt zusicherte. "Wir können nicht unendlich flexibel sein und im Gegenzug den Bauwilligen gewisse Vorgaben machen", sagte sie. Zunächst einmal würde die Stadt, die das Gebiet selber entwickeln will, nur die Fläche ausweisen. Der Beigeordnete Frank Nipken wünscht sich eine Durchmischung bei den Bauformen, die sich harmonisch ergänzen sollen. Da bleibe eine gewisse Flexibilität erhalten. Horst Enneper (CDU) befürwortet das neue Baugebiet: "Ein attraktives Wohngebiet mit Sonnenseite", sagte er. Die Stadt sollte sich nicht an 20 Stellen im Stadtgebiet verzetteln, sondern das Großprojekt in Angriff nehmen.

Auch Rolf Schäfer (CDU) spricht sich für das Baugebiet aus. "Wir brauchen Wohngebiete für eine größtmögliche Zielgruppe", sagte er. Dass die Stadt das neue Baugebiet auch durch innovative Energiekonzepte aufwerten will, begrüßt die UWG. Sie stellt aber zugleich den Antrag, dass auch schnelles Internet durch Glasfaseranschlüsse und/oder Leerrohre ermöglicht werden muss. Der Fachausschuss votierte mit einer Gegenstimme (AL) und einer Enthaltung (Grüne) dafür, dass die Stadtverwaltung die Rahmenplanung ausschreibt und an ein Fachbüro vergibt.

Quelle: RP
 
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