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Radevormwald
Wirtschaft braucht ausbildungsreife Schüler

Radevormwald. Gira sieht in einer neuen Sekundarschule den richtigen Schritt. Weiterer Brief der Stadt an die Eltern. Von Wolfgang Scholl

Die von Politik und Verwaltung geplante Gründung einer Sekundarschule beschäftigt nicht nur die betroffenen Eltern, sondern inzwischen auch Radevormwalder Unternehmen. Lutz Faßbender, Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, Rades größtem Arbeitgeber und beruflichem Ausbilder, berichtet aus eigenen Erfahrungen mit der Sekundarschule in Remscheid. Er wird dabei unterstützt vom Geschäftsführenden Gira-Gesellschafter Dirk Giersiepen. Beide haben in den vergangenen Tagen ein intensives Gespräch mit Bürgermeister Johannes Mans geführt - auch zu diesem Thema.

"Unter anderem mit dem Modellprojekt ,Frühaufsteher', das 2015 in einer fünften Klasse ins Leben gerufen worden ist, wird der Einstiegsjahrgang in Remscheid auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft und für die Arbeitswelt vorbereitet", berichtet Faßbender. Viele Probleme in der Ausbildung ergäben sich auch daraus, dass die Schüler nicht "alltagsnah" genug beschult würden. Ein kurzes Schülerpraktikum, wie es gängig ist, reiche oftmals nicht aus, um jungen Menschen das Berufsleben und die Strukturen des gesellschaftlichen Miteinanders realistisch zu vermitteln, lautet eine Erfahrung des Gira-Betriebsratsvorsitzenden.

Die zukünftige Sekundarschule wolle es sich auch zur Aufgabe machen, eng in Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft und den Eltern sowie Vereinen und Organisationen die Schüler auf "ein Leben nach der Schule" so gut wie möglich vorzubereiten. Die neue Schulform Sekundarschule habe sowohl die berufliche Ausbildung als auch die Hochschulreife im Blick. Die neu zu entwickelnden Lehrpläne orientierten sich an denen der Gesamtschule und der Realschule. "Dadurch werden auch gymnasiale Standards gesichert, was die Schüler in die Lage versetzt, neben einer hochqualifizierenden Ausbildung im dualen Ausbildungssystem ein entsprechendes Studium an einer Universität zu absolvieren", berichtet Faßbender.

Aus der Sicht der Wirtschaft ermuntern Geschäftsführung und Betriebsrat von Gira deshalb alle Radevormwalder Eltern, sich auch im Hinblick auf die sonst bald wegfallenden Schulformen wie Haupt- und Realschule auf diese neue, der beruflichen Weiterentwicklung der Kinder zugeschnittene Schulform in Radevormwald einzulassen und dieser Schulform die verdiente Chance zu geben.

Die Stadtverwaltung wird über Mitarbeiterin Britta Knorz in den nächsten Tagen nach den intensiven persönlichen Gesprächen in den Schulen noch einmal einen Brief an die betroffenen Elternteile schicken, in dem umfangreich auf die Anmeldemöglichkeiten und -zeiten für die Sekundarschule hingewiesen wird, berichtete der Schulausschussvorsitzende Thomas Lorenz. Der Anmeldezeitraum für die Sekundarschule ist vom 22. bis zum 24. Februar. Um eine solche Schule einrichten zu können, werden 75 Anmeldungen benötigt.

Quelle: RP
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