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Radevormwald
Zehn Jahre gibt es "Marija am Matt"

Radevormwald: Zehn Jahre gibt es "Marija am Matt"
Im Zuge der Innenstadterneuerung mit Marktplatzumbau 2012 schafften Marija und Michael Klacik für den Außenbereich im Sommer 2013 neue Tische und Stühle an. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Radevormwald. Am 30. Juli 2005 eröffnete Marija Klacik ihre Gaststätte "Am Matt". Zuvor war sie am zentralen Platz der Stadt bereits 23 Jahre im "City Bistro" (Ecke Südstraße) als Wirtin tätig. Das neue Standbein sieht sie als richtige Entscheidung an. Von Wolfgang Scholl

Den Marktplatz wieder zu beleben und zu einem zentralen Punkt der Innenstadt zu gestalten. Das hatte sich die Stadt seit dem Beginn der Jahrtausendwende zum Ziel gesetzt. Ein Ankerpunkt dieser Neuntwicklung ist seit dem 30. Juli 2005 an der Kopfseite des Platzes "Am Matt". Gestern Abend feierte Wirtin Marija Klacik mit ihrem Team das Zehnjährige mit Grillwürstchen und einem kleinen Umtrunk.

Klacik verknüpft in dem denkmalgeschützten Haus einen Restaurantbetrieb auf zwei Etagen mit einem Thekenbetrieb. Das "City Bistro", das in der Luftlinie nur etwa 100 Meter entfernt liegt und sie zuvor 24 Jahre aufgebaut hatte, gehört ihr weiterhin. "Es ist verpachtet", sagt sie. "Wir haben das Haus damals mit großem Aufwand saniert. Dass unser Angebot sich so entwickelte, ist mit sehr viel Arbeit verbunden", blickt Marija Klacik zurück, "aber es hat sich gelohnt." Aus dem früheren im Volksmund lautenden Haus "Erna am Matt" entwickelte sie mit ihrem Team "Marija am Matt".

Erst Ende 2013 erinnerte sich die Wirtin daran, dass sie beim Umbau in einer Nische eine alte Mappe entdeckt hatte. Herausgefunden hat sie, dass das Fachwerkhaus mit einem darunter liegenden Gewölbekeller nach dem Stadtbrand 1802 aufgebaut worden ist. 30 Jahre lang bis zum 1. März 1990 hatte Erna Meskendahl "als städtische Institution" die Gaststätte geführt. 2004 erwarb Marija Klacik das leerstehende Haus nach mehrfachem Eigentümerwechsel. Nachdem die Fassaden um das Haus erneuert sind, soll im Herbst oder nächsten Frühjahr die Frontpartie in Angriff genommen werden.

In der ersten Zeit hatte der "Matt" durchgehend geöffnet mit einem größeren Thekenbetrieb als heute. "Dann entwickelte sich unser Haus mehr zum Restaurant hin. Das hat sich bewährt", sagt Marija Klacik auch mit Blick auf das Nichtrauchergesetz. "Ich bin froh, dass wir heute früher schließen können als nachts um drei oder vier Uhr", sagt die 56-Jährige. Die Party überlässt sie den Jüngeren; "Schließlich bin ich seit 1981 in Rade im Geschäft."

Aus ihren alten Unterlagen geht hervor, dass der Name Meskendahl bereits 1868 mit dem Haus verbunden war. Eine Schankerlaubnis ist "Am Matt" 1896 erteilt worden. Der Ursprung der Gaststätte soll aber auf das Jahr 1870 zurückgehen - in Verbindung mit einer Futterhandlung und ab 1883 einem zeitweiligen "Kontörchen" als Sparkasse. In der Lederkladde, die in der Treppennische steckte, sind als Stammgäste rund um die 1900-er-Wende Familiennamen vertreten wie Lange, Kreimendahl, Finger, Kleinschmidt, Vahlefeld oder Ochell.

Geführt wird "Am Matt" seit zehn Jahren als Familienbetrieb mit langjährigen Mitarbeitern. Zum Start arbeiteten die beiden Söhne Vlado und Michael mit. Später, nach dem Ausscheiden von Vlado, übernahm Michael den kompletten Einkauf und die Organisation mit Einteilung der Mitarbeiter. "Seit Jahren brauche ich nur noch zum Arbeiten zu kommen", sagt Marija Klacik lachend und ergänzt, dass das aber weiterhin an manchen Tagen Doppelschichten sind. Ein weiteres Erfolgsrezept: Vom ersten Tag sind die beiden Köchinnen Biljana Blätgen und Zenka Horvat mit im Team.

Seit Jahren gehört auch Schwiegertochter Dubravka, genannt Dubi, dazu. Und: Bereits acht Jahre ist Victor Gonzales die Stütze des Hauses. Den immer zu Späßen aufgelegten Spanier aus der Region Galizien nennen alle beim Vornamen. "Er ist inzwischen ein Teil unserer Familie", sagt die 56-jährige Wirtin, die während des Umbaus des Marktplatzes im Sommer 2012 parallel auch das Baustellen-Umbau-Café bewirtschaftete. Mein Motto bleibt, sagt Marija Klacik: "Die Qualität soll so sein, wir ich es gerne hätte, wenn ich ausgehe. Das war vor zehn Jahren so und soll auch so bleiben."

Quelle: RP
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