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Calm Down
140 Plätzchentüten für Flüchtlinge bestückt

Calm Down: 140 Plätzchentüten für Flüchtlinge bestückt
Mit 30 teilnehmenden Kindern war die Bäckertruppe der Jugendleiter von St. Peter und Paul ziemlich groß. FOTO: achim blazy
Ratingen. Plätzchen wurden zu dem Zeitpunkt ein bevorzugtes Gebäck, als hautsächlich Zuckerrüben den entscheidenden Grundstoff für ihre Herstellung lieferten. Und das war im 19. Jahrhundert. Jetzt backen sie alle preiswerter - auch die Jugendleiter von St. Peter und Paul, und mit ihnen 30 Kinder. Das Ergebnis wird wohltätig verteilt.

Die Plätzchenbäckerei entwickelte sich parallel zum Konsum von Kaffee, Tee und Kakao - in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert - die süßen Biskuits waren vor allem bei den Damen der gehobenen Gesellschaft beliebt. Bei Kaffeekränzchen wurden stets kleine Gebäckstücke gereicht. Außer Biskuitgebäck wurden auch Formgebäcke (Springerle) geschätzt. Alle Konditorei-Erzeugnisse, also auch die Plätzchen, waren bis weit in das 19. Jahrhundert hinein Luxus, Zucker und andere Zutaten wie Mandeln oder Kakao waren sehr teuer.

Heute sind nicht die Zutaten teuer - heute ist es die Arbeitskraft. Umso höher ist der Einsatz der jungen und Mädchen einzuschätzen, die sich einen Nachmittag daran gemacht haben, alles an Mehl, Butter, Zucker, Aromen, Schokolade und Deko zu verarbeiten, was die Jugendleiter in die Lehrküche an der Turmstraße geschafft hatten. Mit 30 teilnehmenden Kindern war die Bäckertruppe ziemlich groß. Ob da nun geballte Backerfahrung mitgebracht worden ist, oder, ob statt heimischer Plätzchenschlachten lieber außer Haus geknetet werden sollte, ist nicht bekannt. Die Jungen und Mädchen machten sich jedenfalls mit großem Eifer und gescheiter Beschränkung auf eine Sorte ans Werk: Da wurde keine Vielfalt in Teig und Backzeit angestrebt, da wurden Mürbteigplätzchen ausgestochen und auf vielerlei Art geschmückt. Mit Zuckerperlen, mit Schokolade, ohne alles. Ach ja, es gab auch noch kleine Berge aus Cornflakes, zusammengefügt mit Schokolade.

In früheren Jahren hatten die Jungen und Mädchen auch schon mal im Krankenhaus gebacken, sie hatten die Patienten beschenkt, die über Weihnachten nicht nach Hause entlassen werden konnten. "Es war schon ganz bewegend, wie die sich gefreut haben", meint Stefanie Schäper, Mitglied des Jugendleitungsteams.

Nun sind tatsächlich 140 Tüten mit Plätzchen zusammen gekommen. Und die werden in dieser Woche in den Homberger Flüchtlingsunterkünften verteilt. In der Unterkunft Mozartstraße leben 78 Personen - darunter etliche Familien - und im Haus an der Herrnhuter Straße noch einmal mehr als 40 Personen. Die sollen am Dienstag einmal von Gerrit von Zedlitz und Christina Wasse vom Jugendleitungsteam beschenkt werden, zum anderen bekommt der Verein "Homberg hilft Homberger Flüchtlingen" einen Scheck von den Homberger Karnevalisten. Und dann kann erst einmal Weihnachten werden, denn die Ehrenamtlichen ruhen nicht. gaha

Quelle: RP
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