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Ratingen
2000 Gäste kommen zum Fest rund um die Moschee

Ratingen. Bürgermeister Klaus Pesch und die Integrationsbeauftragte der Stadt, Zeliha Yetik, kamen gleich zur Eröffnung des XXL-Gemeindefestes - am Freitag. Bis gestern Abend besuchten mehr als 2000 Menschen an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Ayasofya Moschee am Westbahnhof. Viel Sonnenschein und nur wenig Regen, reichlich gutes Essen und Musik, dazu ein Mini-Riesenrad für Kinder und ein Quiz mit zahlreichen, von Ratinger Geschäftsleuten gesponserten Preisen sorgten für einen leichten, überaus unterhaltsamen Rahmen. Gastgeber und Gäste waren sehr sorgsam darum bemüht, die seit 1978 währende gute Nachbarschaft nicht durch ungute Tendenzen der Tagespolitik beeinflussen zu lassen.

Seit fast vier Jahrzehnten hat der Verein Ditib-Türkisch-islamische Gemeinde zu Ratingen in den Räumen einer ehemaligen Spedition ein Zuhause gefunden für die Moschee. Die Räume wurden aus eigener Kraft umgebaut. "Von den rund 3000 Ratingern türkischer Herkunft gehören etwas mehr als 400 als Mitglieder zu unserem Verein", erläutert Emin Arslan, der "Dialogbeauftragte" der Gemeinde. Ihre Beiträge und Spenden sowie die Mieteinnahmen aus dem verpachteten Lebensmittelladen auf der Vorderseite des Gebäudes finanzieren die Gemeindearbeit in Ratingen.

"Der oberste Grundsatz in unserer Hausordnung ist, dass dies ein Ort des Glaubens ist. Tagespolitik hat hier nichts zu suchen. Selbst wenn jetzt Erdogan-Anhänger anfangen würden, für den Präsidenten zu werben, würden wir das sofort beenden", sagt Emin Arslan. Im Wiederholungsfall drohe den Betreffenden der Ausschluss aus der Gemeinde. In den Gebetsräumen der Moschee oder den angegliederten Seminarräumen dürften sie nicht über Tagespolitik sprechen. Denn weil jeder eine andere politische Meinung vertrete, würde das nur Unruhe unter die Gläubigen bringen - so Arslan. Demgegenüber sei es der ausdrückliche Wunsch des Moschee-Vereins, dass deutsche Nachbarn Kontakt fänden zur Moschee und dem Betreiberverein. Leider liegt die Moschee mitten im Gewerbegebiet - und damit außerhalb aller Routen für Sonntagsspaziergänge. "Man kann auch außerhalb des Gemeindefestes jederzeit zu uns kommen. Wie bieten Führungen durch die Moschee an und beantworten Fragen", sagte ein weiterer Ditib-Vertreter. Auch bei ihm schimmert durch, dass der bundesweite Dachverband von rund 900 türkisch-islamischen Gemeinden in Deutschland nach der Kritik an seiner Arbeit und dem Spionageverdacht gegen einzelne Imame sehr um eine Normalisierung der Nachbarschaftskontakte bemüht ist.

(dne)
 
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