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Heiligenhaus
24 Stunden Dienst - ganz wie die Profis

Heiligenhaus: 24 Stunden Dienst - ganz wie die Profis
"Zugführer" Philipp Madeia brieft seine Kollegen. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Heiligenhaus. Zehn Mitglieder der Jugendwehr haben am ersten Berufsfeuerwehrtag einen Tag erlebt, wie er bei den Profis auch vorkommen könnte. Von Sandra Kreilmann

Es ist Freitag. In einer Hetterscheidter Garage wird gebastelt, doch irgendwas läuft bei der Heimwerkerei schief. Plötzlich raucht und dampft es, der Qualm schiebt sich durch die noch so kleinste Öffnung. Die Feuerwehr wird gerufen, Garagenbrand. Doch an dieser Stelle Entwarnung: Der Dampf kommt von einer Nebelmaschine, die vermisste Person, die noch in der Garage sein soll, ist nur eine Puppe. Gelegt hat diesen "Brand" die Feuerwehr selbst, er ist ein Punkt in einem spannenden Ablaufplan, der zehn Mitgliedern der Jugendfeuerwehr den Alltag eines echten Feuerwehrmanns in konzentrierter Form vor Augen führen soll, der erste Berufsfeuerwehrtag.

"Das sind Einsätze, die so oder ähnlicher Form tatsächlich vorkommen können", sagt Christian Frisch, stellvertretender Jugendwart. Ein ganz besonderer Freitag also für die Jugendlichen. Es war ein Tag voller Überraschungen. "Geübt werden diese Einsatzabläufe regelmäßig, aber wirklich den Stress bei einem Einsatz, das fehlt noch", so Frisch.

Und herausgefordert wurden die Jugendlichen besonders. Neben grundlegenden Aufgaben, wie die Übernahme und das Überprüfen der Fahrzeuge und Gerätschaften, haben sich die Ausbilder allerhand spannende Einsätze einfallen lassen, eine Türöffnung zum Beispiel, Erstversorgung, ein Müllcontainer und - in den frühen Morgenstunden - ein Kleintier in Not. Dazwischen immer wieder Aufgaben, wie sie die Profis auch haben, Sport machen zum Beispiel. "Feuerwehrmänner und -frauen müssen schließlich fit sein."

Und so haben die zehn Jung-Feuerwehrleute schon eine ordentliche Portion Sport hinter sich, als sie sich aufmachen, um den Brand in der Hetterscheidter Garage zu löschen. Vom Feuerwehrchef gab es dabei die Erlaubnis, ab der Abtskücher Straße sogar das Martinshorn zu benutzen. "Es soll so realistisch wie möglich sein", betonen die Feuerwehrleute.

Gruppenführer ist bei dieser Übung Philipp Madeia, angeleitet von Stadtjugendfeuerwehrwartin Danny Hemmert. Er trägt die Verantwortung für den "Einsatz" und die erste Herausforderung ist schon eines der "Opfer" des Garagenbrandes, das teilt man ihm erst im dritten Satz mit, dass da wohl noch jemand in der Garage ist. Besondere Vorsicht also und Eile sind geboten. "Das war schon etwas Neues, dass jemand vor mir steht und mir so viel Informationen gibt", sagt der durchaus erfahrene 16-Jährige Jugendfeuerwehrmann.

Er schickt den Angriffstrupp rein, dazu gehört Sören Bär (15). "Wir mussten gebückt in die dunkle Garage rein und man hat absolut gar nichts gesehen. Das war ein doofes Gefühl. Vor allem wenn man jemanden finden muss, der noch drin liegen soll." Sie haben die Puppe, die den Handwerkenden Kumpel dargestellt hat, gefunden, den Brand gelöscht.

In der Manöverkritik nach dem Einsatz gibt es nur Weniges. "So einen Einsatz erfolgreich zu meistern, fühlt sich dann aber gut an", sagen beide. Für sie ist jetzt schon klar, dass sie mal in die echte Einsatzabteilung nachrücken wollen.

Quelle: RP
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