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Ratingen
Abschied - nach 40 Jahren an der Liebfrauenschule

Ratingen. Schultermine? Die wird es für Margret Paprotta nach Ende dieses Schuljahrs nicht mehr geben. Denn sie geht nach 40 Jahren Arbeit an der Liebfrauenschule in den Ruhestand. Das wäre die dröge, korrekte Nachricht. Und sie ist reine Theorie.

Denn die Deutsch- und Geschichtslehrerin hat selbstverständlich danach noch mindestens einen Termin im Kalender für 2018, der unmittelbar mit ihrer langjährigen Wirkungsstätte verknüpft ist: Rund 800 Schüler, Lehrer und Eltern der Liebfrauenschule wollen sich im Oktober auf den Weg in die heilige Stadt machen. 18 Busse für die Romreise sind bestellt. Es wird ein Verpflegungs- und Ärzteteam geben. Und Erzbischof Woelki ist eingeladen. "Die Fahrt möchte ich auf alle Fälle mitmachen", sagt Paprotta. Damit wird das Ende der vier Jahrzehnte langen Lehrerinnenkarriere an der erzbischöflichen Realschule an der Schwarzbachstraße für sie so ungewöhnlich wie es der Einstieg war. "Ein Gespräch und eine Zusage" - so sei das gelaufen, als sie noch Referendarin in Lintorf war. Für diese so resolute wie unkonventionelle Lösung stand die legendäre damalige Leiterin der Schule, Schwester Bonifaza. Deren Orden war Träger der Schule, bevor das Erzbistum Köln übernahm. "Schwester Bonifaza suchte eine Deutsch- und Geschichtslehrerin, hatte sich wohl vorab schon über mich erkundigt", sagt Paprotta rückblickend. Eine Art Blitzkarriere. Abitur mit 17, erstes Staatsexamen mit 21, zweites Staatsexamen mit 23 Jahren. "Heute so nicht mehr denkbar", kommentiert sie trocken.

"Sie schaffen das", war eine der ersten Ermunterungen, als sie direkt zum Einstieg ein achtes Schuljahr als Klassenlehrerin übernahm - "keine leichte Klasse". Es bleiben Erinnerungen an Englandreisen mit 39 Schülern. Und daran, "dass ich eigentlich immer gern die großen Schüler unterrichtet habe, das kann ich besser. Und ich gehe immer noch gern in die Schule". Sie war Mitinitiatorin des Schüleraustauschs mit Polen, häufig selbst mit dabei. Und sie hat an ihrer Schule die Teilnahme am Kooperationsnetz Schule-Wirtschaft früh etabliert. Beim Rückblick auf ungezählte Konferenzen findet sie aber auch: "Damit ist es jetzt gut. Jetzt sind die jungen Kollegen dran." Und wie wird der Abschied? "Locker - ohne großes Gedöns."

(köh)
 
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