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Ratingen
Ärger um Martinszug an der Gebrüder-Grimm-Schule

Ratingen: Ärger um Martinszug an der Gebrüder-Grimm-Schule
Die Kinder der Flüchtlingsunterkunft waren zum Martinszug der Kita Talstraße eingeladen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Sankt Martin, das Fest des Teilens, ist zwar vorbei, doch es gibt noch ein Nachspiel. So meldeten sich in unserer Redaktion Eltern der Gebrüder-Grimm-Schule und erhoben Vorwürfe: "Es gab an unserer Schule den Wunsch, dass der Martinszug nicht durch die Flüchtlinge, die in der benachbarten Elsa-Brandström-Schule untergebracht sind, gestört werden soll", heißt es da.

Das sei sogar so weit gegangen, dass Schulleiterin Gertrud Steinhausen die Verantwortlichen der Notunterkunft gebeten habe, während des Zuges das Tor geschlossen zu halten, um eine Vermischung der Flüchtlingskinder mit den Feiernden zu vermeiden.

"Das ist absoluter Unsinn. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind in regelmäßigen Gesprächen mit der Unterkunft. Im aktuellen Fall ging es darum, dass wir mit unserer Martinsfeier den dortigen Ablauf nicht stören", so Steinhausen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Denn just für den Nachmittag des kleinen Umzuges seien durch die Bezirksregierung im Vorfeld Busse mit neuen Bewohnern an der Elsa-Brandström-Schule angekündigt worden. "Da haben wir Chaos vermeiden wollen und deshalb im Vorfeld gesprochen", sagt die Schulleiterin.

Eingeladen wurden die Kinder der Notunterkunft dagegen zum Martinszug des ganz in der Nähe liegenden evangelischen Kindergartens Talstraße, wie Andrea Laumen von der Kirche erzählt: "Es war ein tolles Erlebnis für die Kinder, die sich sehr gefreut haben. Wir konnten sogar Laternen für alle besorgen. Dank der Hilfe der Martinsfreunde gab es trotz der Kurzfristigkeit auch für alle Flüchtlingskinder noch Weckmänner." Auch an der Talstraße hatte man von den Vorwürfen gegen die Gebrüder-Grimm-Schule gehört. Äußern wollte sich Andrea Laumen dazu aber nicht: "Wichtig ist, dass wir als evangelische Kirche offen für alle Menschen sind und unsere Feste zusammen mit anderen Kulturen feiern." Sie selbst sei vorher in der Elsa-Brandström-Schule gewesen und habe die Kinder über die Bedeutung des Festes informiert: "Es geht ums Teilen, da ist es doch selbstverständlich, das alle Menschen daran teilnehmen können", so Laumen.

(wol)
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