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Interview Udo Middendorf, Dirk Wittmer Und Friedrich Schnadt
Aktiv für Ratingen - mehr als ein Verein

Ratingen. Dirk Wittmer, Friedrich Schnadt und Udo Middendorf stehen an der Spitze der ehrenamtlichen Organisation.

Sie sind viel beschäftigt: Wieso diese Vorstandsarbeit?

Friedrich Schnadt Wir sind Überzeugungstäter. Schließlich sind wir alle drei nicht nur beruflich durch unsere Tätigkeit in der Wirtschaft hier verwurzelt, sondern sind auch Ratinger Bürger. Durch "Aktiv für Ratingen" haben wir die Gelegenheit, einen Beitrag zur Stadtentwicklung zu leisten. Das steigert den Wohlfühlfaktor und letztlich auch die Wirtschaftskraft.

Udo Middendorf Wer etwas bewegen will, muss Verantwortung übernehmen. Diese Stadt ist mein Lebensmittelpunkt, und ich möchte durch mein Engagement dazu beitragen, sie sowohl für Neubürger als auch die Menschen, die schon hier leben, attraktiver zu gestalten.

Dirk Wittmer Als Kind bin ich oft umgezogen, bis ich nach Ratingen kam. Hier lebe ich jetzt seit 42 Jahren. Das ist meine Heimat. Und mit unserem Verein haben wir die Möglichkeit, Ideen und Ressourcen zum Wohle der Stadt zu bündeln und den Menschen zu zeigen, wie schön es hier ist. "Aktiv für Ratingen" ist dafür die ideale Plattform.

Wer bei Ihnen Mitglied ist, kann also seiner Kreativität freien Lauf lassen, um Projekte für Ratingen auf die Beine zu stellen.

Wittmer Nein, so ist es nicht. Der Verein organisiert keine eigenen Veranstaltungen. In unseren Mitgliederversammlungen, die zwei Mal im Jahr stattfinden, erarbeiten wir Ideen und Vorschläge, die dann im RMG-Aufsichtsrat diskutiert und entschieden werden.

Schnadt Es geht nicht darum, dass wir das Erstgeburtsrecht an einer bestimmten Idee haben. Wichtig ist der jeweilige Sachverhalt - und dass sich etwas tut. In unserer Stadt gibt es ein ungeheuer großes bürgerliches Engagement - ob im Brauchtum, in den Stadtteilen oder den zahlreichen Vereinen.

Mitglied kann jeder werden?

Schnadt Einzelpersonen, Firmen - alle sind herzlich willkommen, wenn sie mit Ratingen verbunden sind und aktiv an der Gestaltung der Stadt mitwirken wollen. Zurzeit haben wir 26 Mitglieder, Tendenz steigend.

Den Verein gibt es seit 2007 - aber irgendwie kennt ihn niemand.

Middendorf Das wollen wir als neuer Vorstand ändern. Wir wollen Präsenz zeigen, mit den Bürgern stärker als bisher in Kontakt treten und so genau identifizieren, was die Ratinger wünschen. Dazu haben wir jetzt zum Beispiel eine Internetseite eingerichtet, auf der wir über unsere Ziele und unser Konzept informieren.

Ein Ziel ist es, Ratingen noch attraktiver zu machen. Was noch?

Middendorf Wir verstehen uns als Netzwerk aus Wirtschaft, Handel, Politik, Kultur und Gesellschaft. "Aktiv für Ratingen" ist eine Kommunikationsplattform, die eben jene Vernetzung vorantreiben und Ressourcen bündeln möchte. Das sind zum einen sicherlich finanzielle Ressourcen, durch die Veranstaltungen oder Projekte erst möglich werden, zum anderen aber auch die Menschen, die solche Ideen entwickeln.

Das klingt sehr abstrakt.

Wittmer Nehmen Sie zum Beispiel die Dumeklemmer-Card. Das ist ein echtes Erfolgsmodell, das wir zusammen mit der RMG entwickelt haben. Aber auch das Ratingen Festival oder die TopJob-Berufebörse sind solche Projekte. Und für das nächste Jahr planen wir einen Aktionstag der Wirtschaft, an dem wir Firmen und Vereine und Institutionen zusammen bringen. Die Mitarbeiter helfen dann dort einen Tag lang bei besonderen Projekten. Diese Veranstaltung ist zum Beispiel in Erkrath, Velbert und Heiligenhaus mit enormem Erfolg gelaufen.

Leerstände in der Innenstadt und den Stadtteilen - muss da nicht mehr kommen als so ein paar schöne Vorzeigeprojekte?

Schnadt Das ist ein spannendes Thema. Wenn man der RMG das Leerstandsmanagement überträgt, muss sie sich auch darum kümmern. Aber diese Aufgabe liegt gar nicht bei der RMG, also kann man das Stadtmarketing für so etwas nicht verantwortlich machen, zumal es in der Regel ja eh eine privatwirtschaftliche Angelegenheit ist. Wenn ein Hausbesitzer seinen Laden lieber leer stehen lässt, sind Sie nahezu machtlos.

Wittmer Letztlich kann man immer mehr tun, es ist aber auch eine Frage der personellen und finanziellen Ressourcen. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln leistet die RMG unter Nina Bauer sehr gute Arbeit. Allerdings muss man auch klar in Richtung Politik und Stadt sagen, dass es wichtig ist, gestaltend in die Entwicklung einer Stadt einzugreifen. Tut man das nicht, darf man sich nicht wundern, wenn die weichen Faktoren irgendwann weg sind, der Wohlfühlfaktor sinkt. Das stimmt alles noch in der Stadt. Und deshalb ist sie so attraktiv für Firmen und Bürger. Will man das erhalten und ausbauen, benötigt die RMG dringend zusätzliche personelle Verstärkung.

Ist das so?

Middendorf Diese Frage zeigt die Grundproblematik. Wir leben in einer tollen Stadt mit sehr vielen Angeboten aus allen Bereichen. Das müssen wir alle nur wesentlich bewusster wahrnehmen.

Schnadt Es sind viele kleine Mosaiksteinchen, die die Stadt so liebenswert und attraktiv machen - Wirtschaft, Kultur, Schwimmbäder, Gastronomie und Brauchtum sind nur einige davon. Wir wollen unser Ratingen gemeinsam optimieren und Verbesserungen mit gestalten.

KARL RITTER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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