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Ratingen
Alles auf Anfang in der Mitte des Lebens

Ratingen: Alles auf Anfang in der Mitte des Lebens
Annette Florin (links) und Maria Piechowska wenden sich mit ihrem Seminarangebot speziell an Frauen ab 50 Jahren. FOTO: achim Blazy
Ratingen. Maria Piechowska und Annette Florin, psychologische Beraterinnen, machen Frauen fit für Anforderungen des Alltags. Von Valeska von Dolega

"Wir sind immer auf dem Weg", sagt Annette Florin (52). "Ich weiß nichts besser. Aber durch meinen Beruf kann ich viele verschiedene Lebenszenarien entwickeln und zum Weitermachen motivieren." Sie ist psychologische Beraterin und zusammen mit ihrer Kollegin Maria Piechowska (60), die es nie für zu spät hält, etwas Neues auszuprobieren, hat sie jetzt einen Workshop konzipiert.

In "Wir können auch anders", ein Seminar für Frauen in der zweiten Lebenshälfte, wollen die beiden Wissen vermitteln, wie sich Neuanfänge gestalten lassen. Denn mit 50plus sind Kinder aus dem Haus, verändern sich Partnerschaften oft gravierend und wird das Verhältnis zu Eltern, von denen man sich längst abgenabelt hat, neu, weil sukzessive ein Rollentausch stattfindet. Sprich: Für viele stehen gravierende Veränderungen an. Sie manchmal Furcht einflößen, mit denen man sich alleine fühlt oder die scheinbar nicht in den Griff zu bekommen sind. "In einem Workshop treffen sich Gleichgesinnte, die in Kleingruppen, also einem geschützen Raum, über das sprechen, was sie bewegt, wofür sie aber keine Lösungen finden", erklären die beiden. Als Trainer oder Coaches bezeichnen sie sich nicht. Eher so etwas wie Realisatoren, denn vermitteln, dass "sich immer etwas ändern lässt", wie Maria Piechowska sagt, kennen beide aus eigner Erfahrung. "Als ich 1982 nach Berlin kam, musste ich alles auf den Prüfstand stellen, was ich bis dahin kannte", erinnert sich die gebürtige Polin, die seit 1993 in Ratingen lebt. "Sich selbst zu reflektieren und mit der eigenen Persönlichkeit auseinander zu setzen", sind Schlüssel zum Erfolg. Dabei sollte die Analyse aber im "liebevollem Umgang mit sich selbst" geschehen. Auch der ist erlernbar.

Themen sind die veränderte Familienstrukturen, Körper und Geist, das gewollte oder ungewollte Single-Dasein, Betreuung der Eltern sowie Finanzen. Ebenso wichtig ist anzuerkennen, dass es "keine universell gültigen Tipps, sondern nur individuelle Lösungen gibt.

Das Seminar soll eine Basis sein, neue Wege zu gehen und den Anstoß geben, ans sich zu arbeiten." Jeder kreiert seine eigene Wirklichkeit. "Ich kann die Wirklichkeit des anderen nicht verändern, ich kann sie nur akzeptieren und wertschätzen."

Wichtiger Aspekt dabei ist ebenfalls, verpassten Chancen nicht nachzutrauern. "Mit 39 war man anders als man mit 50 ist", sagen die zwei. Aber sein "eigenes Potenzial zu erkennen und zu nutzen", ist wichtig. Dazu sollen die Teilnehmerinnen lernen, durch Fragestellungen Verhältnisse zu ändern und offensiv zu werden.

"Nach dem Workshop ist nicht plötzlich alles gut. Aber vielleicht manches auf den Weg gebracht." Denn das nach einem Seminar plötzlich auf alles die Sonne scheint, was zuvor dunkel war, dafür ist das Leben zu komplex.

Quelle: RP
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