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Ratingen
Alte Cones-Scheune wird zum Wahllokal

Ratingen. Der Ort mit Blick auf Ratingen ist einfach traumhaft: Bürger aus dem Schwarzbachtal machen dort ihre Kreuzchen. Von Norbert Kleeberg

Schöner kann man kaum wählen. Und so war die Stimmung in der Cones-Scheune an der Stadtgrenze zu Düsseldorf einfach locker und gelöst. Am Samstag gab es eine Hochzeit, und gestern ging es in den stilvoll eingerichteten Räumlichkeiten um die Zukunft des Landes NRW. "Man kennt sich", betonte Wahlleiterin Gabriele Kessel, "das ist hier fast wie eine verschworene Gemeinschaft."

354 Bürger aus dem Schwarzbachtal waren stimmberechtigt, 81 Ratinger hatten sich im Vorfeld bereits per Briefwahl entschieden. Die alte Scheune, in der normaleweise kräftig gefeiert wird, ist seit mehreren Jahren fester Anlaufpunkt für Wähler. "Wolfgang Bergermann und Doris Wuppermann bereiten immer alles wunderbar vor", betonte Kessel, das Team im Wahllokal werde den gesamten Tag über mit Essen und Trinken versorgt. Und manchmal bleibt auch Zeit für den traumhaften Blick über die Felder Richtung Ratingen.

Früher war das Wahllokal in der Reitschule Witting und in der Feuerwache Schwarzbach untergebracht. Nun also die Cones-Scheune, die vor allem einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Kessel und ihr Team haben die Frühschicht übernommen, gegen Mittag wurden sie abgelöst.

Am frühen Abend kamen dann alle Kollegen noch einmal zusammen, um die Auszählung vorzunehmen, die öffentlich stattfand. Kessel, die bei der Stadt beschäftigt ist, hat ein bestimmtes Wählerverhalten ausgemacht. Da gibt es Bürger, die ganz früh auf den Beinen sind und ihre Kreuzchen machen. "Am Mittag kommt dann wieder ein größerer Schwung", berichtete sie, "Bürger nutzen dann die Gelegenheit, zwischen Mittagessen und dem Kaffeetrinken am Nachmittag einen Verdauungsspaziergang zu machen. Und dann schauen sie im Wahllokal vorbei." Die überwiegende Mehrheit der Wähler sei sehr diszipliniert, es gebe nur ganz wenige Bürger, die auf den allerletzten Drücker vorbeikommen.

Eingeschaltete Radios sind in einem Wahllokal nicht erlaubt. "Es könnte ja zum Beispiel einen Kommentar geben, der den Wähler beeinflussen kann", erläuterte Kessel, die kurzfristig erkrankte Kollegen ersetzen musste. Wäre es gestern zu einer Verschärfung der personellen Situation gekommen, so hätte sie einen Bürger am frühen Morgen auch zwangsrekrutieren können, betonte sie.

Wie klein die Welt im Schwarzbachtal ist, zeigt auch die Tatsache, dass viele Bürger mit Namen angesprochen wurden. So schaute gestern Morgen zum Beispiel Landwirt Jürgen Benninghoven mit seiner Familie vorbei. Und wenig später schneite Gerd Pfankuchen, der ein Fachgeschäft an der Bahnstraße betreibt, mit Frau und Sohn herein.

Quelle: RP
 
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