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Ratingen.
Am liebsten ein eigenes Büdchen leiten

Ratingen.. Katharina Müller ist neu im SkF-Team. Im Stadtteiltreff betreut sie mehrere Projekte. Von Gabriele Hannen

Man muss es einfach gleich zu Beginn einer Vorstellung von Katharina Müller sagen - weil es so schön ist: Am liebsten hätte sie ein eigenes Büdchen, eine Trinkhalle. Von dieser Einrichtung sagt das Nachschlagewerk: "Eine Trinkhalle ist ein Verkaufsstand für Wasser, alkoholische und nichtalkoholische Getränke und Dinge wie Tabak, Süßwaren und Ähnliches, für Genussmittel, Lebensmittel und Medien.."

Ob es denn nun irgendwann einmal so weit kommt oder nicht, sei mal dahingestellt. Gegenwärtig jedenfalls arbeitet sie mit Schwung für ein Projekt, das durchaus Büdchen-Charakter hat. Katharina Müller, 31 Jahre alt, zupackend und vorwiegend bombig gelaunt, arbeitet seit Kurzem für den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) im neu kreierten InWESTtreff. Dort ist seit dem 1. Juli des vergangenen Jahres das Angebot "BiwaQ" angesiedelt, das den West-Bewohnern Spaß und Lebenshilfe in einem weiten Sinn ermöglichen soll.

Sie betreut innerhalb des Teams den Tauschring, den Dreck-weg-Tag und die Stellenbörse. Träumt man genau davon, wenn man in Haan die Realschule absolviert und später in Düsseldorf sein Abitur drauf sattelt? Wenn man nebenher im Düsseldorfer Kommödchen arbeitet, wenn man im Jugendtheater des Schauspielhauses der Landeshauptstadt mitspielt? Vielleicht träumt man nicht ganz so konkret zielorientiert.

Aber das Herz schlug schon im sozialen Takt, in einem autonomen Jugendzentrum, einem Treff für junge Leute; auch im christkatholischen Sinn war sie engagiert tätig. Sie studierte "Soziale Arbeit" und war in unterschiedlichen Städten einschlägig beschäftigt, unter anderem als Jugendreferentin und dann als Bildungsreferentin für Freiwilligendienst beim Caritasverband für die Diözese Freiburg. Zuletzt arbeitete sie als pädagogische Referentin für Freiwilligendienste im Bistum Essen und war mit der Erstellung eines Konzeptes zum Thema inklusive Freiwilligendienst beauftragt.

Alles in allem waren das gute Voraussetzungen für den Job in Ratingen. "Irgendwie hat West Dorfcharakter. Die Leute hier haben tatsächlich einen guten Kontakt zueinander, sind neugierig auf unseren Treff und lassen sich bereitwillig ansprechen und mit unseren Angeboten vertraut machen", sagt sie. Kein Wunder - wenn man so fröhlich angesprochen wird. Und die Leute im Projekt haben ja auch was anzubieten.

Als Älteste von vier Geschwistern hatte Katharina zu Hause die (undankbare) Aufgabe, Süßigkeiten gerecht zu verteilen. Nun ist sie froh, dass sie beruflich einen ungeteilten Bereich für sich gestalten kann. Sie hat klare Strukturen vorgefunden und Leute im Team, die alle an einem, am selben Strick ziehen. Da relativiert sich auch ein manchmal ungeduldiges und ungestümes Naturell. Aber: Sie kann so, wie sie ist, auch andere begeistern. Vielleicht auf dem Weg zum Büdchen.

Robert Wierichs vom SkF weiß genau das zu schätzen. "Sie kann Menschen leicht begeistern und Inhalte überzeugend vermitteln. Gerade die Teilprojekte Tauschring und Dreck-Weg-Tage brauchen solche Eigenschaften, da wir noch nicht auf bewährte Strukturen zurückgreifen können. Sie ist eine hervorragende Teamplayerin. Wir sind sicher, dass sie mit ihrer herzlichen, hilfsbereiten und offenen Art Gruppenprozesse sehr gut initiieren und begleiten kann."

Quelle: RP
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