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Ratingen
Anwohner besichtigen Sanierungsgelände

Ratingen. Laarakkers und Gutachterbüro hatten auf die ehemalige Eisenhüttenbrache eingeladen. Von Joachim Preuss

Ost Es riecht immer noch nach Mottenkugeln rund ums ehemalige Eisenhüttengelände. "Ganz erbärmlich stinkt das", so Christina Mainka. Sie wohnt nebenan auf der Peter-Kraft-Straße. Gemeinsam mit über 20 weiteren Anwohnern war sie gestern der Einladung der Firma Laarakkers gefolgt, sich vor Ort ein Bild von den Sanierungsarbeiten zu machen. Mit von der Partie waren auch der Chefgutachter Harald Bauer vom Ingenieurbüro Dr. Tillmanns & Partner sowie Silvia Schnitzler vom Kreisumweltamt. Hintergrund war der längere Baustopp (RP berichtete).

Nun gehe es weiter, sagte Laarakkers-Bauleiter John Janssen. Die Sanierung habe man komplett umstellen müssen, weil das Wasser Probleme bereitet: Man habe zunächst versucht, das Wasser mittels Bohrungen und "Lanzen" aus dem Boden zu pumpen. Doch der sandige Boden sei dermaßen fest gewesen, dass man nur Wasser aus der nährem Umfeld, also wenige Meter, habe absaugen können. Damit waren die Pläne, das Gelände Stück für Stück abzugraben und neu zu verfüllen, hinfällig gewesen. Nun wird der gesamte erste Bauabschnitt geöffnet, bis etwa fünf, sechs Meter ausgekoffert und dann erst verfüllt. Die belastete Kiesschicht, so Janssen, sei dort etwa 0,5 bis zwei Meter stark. Bislang sei nur ein kleiner Teil derart belastet gewesen, man habe ihn verbrennen müssen. Der überwiegende Teil werde auf Sonderdeponien sicher eingelagert. Um das extrem feuchte Material überhaupt transportieren zu können, werde es mit etwa zehn Prozent Kalk gemischt.

Dieser erste Bauabschnitt soll bis Ende des Jahres fertiggestellt und verfüllt sein. Dort wird dann eine Tiefgarage für die geplanten Wohnhäuser gebaut. Der zweite, wesentlich unproblematischere Bauabschnitt werde etwa zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen, so Janssen. Eigentlich wollte man im September komplett fertig sein.

Der Geruch war Anlass für kritischer Fragen der Anwohner. Bauer verwies auf zwei Luftmessstellen, eine davon mache eine Langzeitmessung. Niemals habe es bisher einen Alarm gegeben. Die Protokolle würden gesichert und seien einsehbar. Und die Atemschutzmasken, die Anwohner bei Mitarbeitern beobachtete haben, seien lediglich Staubmasken. Janssen und Bauer luden die Anwohner ein, sich bei Fragen direkt an die Bauleitung vor Ort zu wenden.

Quelle: RP
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