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Heiligenhaus
Anwohner kämpfen für ihre Spielplätze

Heiligenhaus. Stadtverwaltung und Lokalpolitik besuchen die zehn Einrichtungen, die von einer Schließung bedroht sind. Von Sandra Kreilmann

Was machen denn die ganzen großen Leute da auf dem Spielplatz? Der kleine Junge stört sich nicht besonders an den etwa 20 Erwachsenen, die auf dem Spielplatz am Haydnweg stehen. Im Gegenteil, er bahnt sich seinen Weg und spielt genau da, wo er spielen möchte. Ob er das auch noch in Zukunft hier tun kann, genau darüber unterhalten sich die Erwachsenen an diesem Nachmittag.

"Spielflächenbedarfsplan" ist das Stichwort, unter dem Jugendamtschef Thomas Langmesser und sein Team eine besondere Tournee durch das Stadtgebiet machen: Sie besuchen die zehn Spielplätze, die wegen Spardrucks akut von der Schließung bedroht sind und kommen gemeinsam mit Lokalpolitikern ins Gespräch mit den Anwohnern. Die Gespräche werden protokolliert, Eltern mit Kindern, die den Platz tatsächlich nutzen, werden noch einmal gezielt befragt. Die Ergebnisse werden zusammengetragen und im Jugendhilfeausschuss am Dienstag, 13. September, 18 Uhr, im großen Sitzungssaal vorgestellt.

Ein spannender Prozess, findet Langmesser. Bei dem vorletzten Termin der Reihe in der Wassermangel ist für ihn ein positives Fazit der Besuchsreihe absehbar: "Die Diskussion mit den Anwohnern wurde überwiegend konstruktiv geführt. Das Thema ist natürlich schwierig. Wenngleich auch auffallend war, dass viele Bürger da waren, die zur Zeit gar nicht mit eigenen Kindern die Plätze besuchen." Der Generationswechsel sei oft Thema, der sei auch am Haydnweg zu beobachten: "Junge Familien kaufen hier gerade Häuser, das dürfe man trotz der Neubaugebiete nicht vergessen", sagte eine Anwohnerin. Genau deswegen sei man da und lade zum Gespräch, sagt Langmesser. Und ins Gespräch kam man auch am Haydnweg schnell. "Wenn der Spielplatz geschlossen wird, wo soll ich meine Kinder hinschicken?", fragt ein Vater. Langmesser rät: "Auf den Spielplatz an der Talburgstraße." Der liegt etwa 400 Meter weit entfernt. "Da werde ich meine Kinder eher nicht hinschicken, dort haben ich oder meine Nachbarn sie einfach nicht im Blick."

Für 48 Spielplätze stehen insgesamt 80.000 Euro Budget zur Verfügung; zwei Spielplätze sind bereits geschlossen. Die politische Diskussion ist scharf geführt worden, ihnen voraus ging ein Masterplan des Jugendamtes, dessen Mitarbeiter die Spielplätze besucht, beobachtet und analysiert haben. Es geht um die Pflege des Platzes, die Instandhaltung und Ausstattung der Geräte. Welche Altersstrukturen würden auf den Plätzen bedient, wie werden die Plätze angenommen? "Den Spielplatz am Haydnweg haben wir etwa fünf Mal besucht, vor und während der Ferien, wir haben nur zwei Kinder hier spielen sehen", erklärt Jugendamts-Mitarbeiterin Almuth Schildmann-Brack. Dass hier sehr wohl regelmäßig gespielt wird, erklären die Anwohner. Zwei Tagesmütter würden den Platz, auf dem eine Schaukel und ein Klettergerüst stehen, oft mit ihrer Rasselbande besuchen. Hin und wieder kämen auch Jugendliche, das ufere aber nicht aus. Die Lokalpolitiker diskutierten mit, sie erklären: "Auch wir haben genau zugehört."

Quelle: RP
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