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Ratingen
Auf dem Rad Gutes für die Umwelt tun

Ratingen: Auf dem Rad Gutes für die Umwelt tun
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Das Projekt Stadtradeln startete am Samstag mit einer Sommer-Fahrradtour nach Schloss Heltorf. Von Karl Ritter

Ein Schelm, der böses dabei denkt. Gerade noch hatte Jochen Petzschmann, Teilnehmer beim Stadtradeln, über Deutschland als Fahrraddiaspora gesprochen, da bewies ausgerechnet Bürgermeister Klaus Pesch zusammen mit seiner Frau Brigitta Brakmann, dass auch die Dumeklemmerstadt wohl noch Verbesserungspotenzial in dem Punkt hat. Beide kamen nämlich mit Verspätung bei der Auftaktveranstaltung zum Auftakt des Stadtradelns am Marktplatz - und zwar auf dem Fahrrad.

Ob es an der verbesserungswürdigen Infrastruktur für Zweiräder lag? Möglich - denn diese Erfahrung hatte auch Teilnehmerin Rosi Findeis-Schröter kurz zuvor gemacht: "Ich bin mit dem Fahrrad von Ost in die Innenstadt zu der Veranstaltung gekommen. Dabei sind mir so viele Sachen aufgefallen, die für Fahrradfahrer alles andere als günstig sind." Und so tauschten sich die Teilnehmer anfangs vor allem über die eine oder andere Unwägbarkeit des Radelns in der Dumeklemmerstadt aus. Dabei ging es bei bestem Spätsommerwetter eigentlich um ganz etwas anderes. Im Mittelpunkt des Programms steht nämlich das Vorhaben, gemeinsam für Ratingen und den Klimaschutz in die Pedale zu treten. Zeitgleich begann im Kreis Mettmann, in den Städten Hilden, Heiligenhaus, Erkrath, Langenfeld und Velbert, der dreiwöchige Aktionszeitraum, in dem es darum geht, möglichst viele Kilometer mit dem Rad zu fahren.

Bereits jetzt starten über 150 Zweiradfahrer in 23 Teams für Ratingen. "Jeder kann hier seinen ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz und mehr Lebensqualität in unserer Stadt leisten. Denn es zählt jeder Kilometer, ob auf dem Weg zum Einkaufen, zu Freunden oder auf der Radtour am Wochenende", so Paula Stegert, die städtische Fahrradbeauftragte.

Das Ergebnis im vergangenen Jahr konnte sich übrigens durchaus sehen lassen. Die Teilnehmer aus Ratingen kamen auf insgesamt 57 000 gefahrene Radkilometer. Das entspricht einer eingesparten Kohlendioxid-Menge von über 8000 Kilogramm - ein Ergebnis, das in diesem Jahr auch wieder erreicht werden soll. Mindestens.

Für Mitfahrer Ulrich Vogel ist die Teilnahme deshalb besonders wichtig: "Früher war ich ein überzeugter Autofahrer, doch aktuell sehe ich das anders. Für die meisten Strecken nehme ich mittlerweile das Fahrrad. Ich tue dabei etwas für mich und kann meinen eigenen Beitrag dazu leisten, die Umwelt zu entlasten."

Jochen Petzschmann fordert mehr Unterstützung für Radler: "In den Niederlanden werden pro Kopf und Jahr 17 Euro fürs Fahrradfahren ausgegeben, in Deutschland sind es gerade einmal drei Euro. Das muss besser werden."

Quelle: RP
 
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