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Ratingen
Auf den geheimnisvollen Spuren von Edgar Wallace

Ratingen: Auf den geheimnisvollen Spuren von Edgar Wallace
Das WIR-Theater der VHS zeigt "Die seltsame Gräfin" noch einmal am kommenden Freitag. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die VHS-Theatergruppe WIR führte "Die seltsame Gräfin" nach einem Film des kultigen Krimiautors auf.

Nun gut: Der typische Nebel, der durchs Bild wabert, und das dazu passende schwarz-weiße Fernsehbild sind nahezu unmöglich auf eine Theaterbühne zu bekommen. Und auch eine kongeniale Boshaftigkeit von Klaus Kinski in den alten Edgar Wallace-Streifen zu adaptieren, würde wohl geradewegs ins schauspielerische Verderben führen. Sich auf die geheimnisvollen Spuren des kultigen Krimiautors zu begeben, kann aber trotzdem sehr unterhaltsam sein, wie die Theatergruppe WIR der VHS in ihrer diesjährigen Inszenierung eindrucksvoll unter Beweis stellte.

"Die seltsame Gräfin" wurde von Dirk Zellmer nach Motiven des gleichnamigen Schwarzweiß-Films von 1961 und der Originalerzählung Wallace' aus dem Jahre 1928 geschrieben. Für die Hobbyschauspieler um Jens Billerbeck war das Stück schon aufgrund der knapp ein Dutzend Rollen ideal, schließlich soll es ja für jeden in der Gruppe die Möglichkeit geben, auf der Bühne zu stehen. Am Palais der exzentrischen Lady Eleanor Moron geschehen seltsame Dinge. Die junge Privatsekretärin Margret Reddle muss um ihr Leben und ihre geistige Gesundheit fürchten, denn allerlei zwielichtige Gestalten stehen im Dienst der Gräfin - und werden von den Akteuren auch entsprechend vielfältig gespielt, einfach klasse! Als dann sogar noch eine verurteilte Mörderin nach langer Haft im Haus auftaucht, wird alles noch viel gruseliger. Und so entwickeln sich die typischen Fragen, mit denen Edgar Wallace in seinen Krimis immer wieder spielt auch in diesem Stück: Wird Margret diese Herausforderungen bestehen? Bekommt sie Hilfe - vielleicht von ganz unerwarteter Seite? Ist überhaupt irgendetwas so, wie es auf den ersten Blick erscheint? Den Spannungsbogen hält die Inszenierung des VHS-Ensembles gut aufrecht, so dass - von einigen Längen abgesehen - ein unterhaltsamer Theaterabend entstand, der leider darunter litt, dass er an einem traumhaftschönen Sommertag stattfand. Denn so waren weit weniger Menschen im Stadttheater, als es die liebevolle Inszenierung verdient gehabt hätte.

Denn die Akteure stehen nicht nur auf der Bühne, sondern kümmern sich auch hinter den Kulissen um alles. Für so viel Engagement gab es am Ende auch den verdienten Applaus - und die Hoffnung, dass beim zweiten Termin das Wetter schlechter ist und entsprechend mehr Menschen sich auf Spuren suche im Haus der seltsamen Gräfin begeben. Gelegenheit dazu besteht am kommenden Freitag, 12. Juni, um 19.30 Uhr im Stadttheater. Der Eintritt ist frei.

(kr)
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