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Rp-Serie Mit Dem Fahrrad In Den Frühling
Auf der Balkantrasse Richtung Osten

Ratingen. Die Balkantrasse feiert im Mai ihren ersten Geburtstag. Zeit für eine Erkundung - auch über ihren Tellerrand hinaus. Von Ann-Kristin Schöne und Ludmilla Hauser

Leverkusen Der Panorama-Radweg Balkantrasse verläuft auf der ehemaligen Kursbuchstrecke 411 der Deutschen Bahn von Leverkusen-Opladen nach Remscheid-Lennep, im Volksmund "Balkanexpress" genannt. Von ihm aus bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, wie Museumsbesuche oder Ausflüge zu Talsperren. Und für manch einen bedeutet er gar eine Reise nach Russland.

"Wenn die neue Bahnstadt Opladen fertig ist, wird die Trasse am Bahnhof beginnen", sagt Manfred Haußmann vom Förderverein Balkantrasse, "da es soweit noch nicht ist, startet die Tour derzeit am "Imbacher Weg." Von diesem geht es direkt in die Natur. Neben Wald erwarten die Radler Felder, Wiesen und herrliche Ausblicke auf das Bergische Land. Und dann sind da noch all die Überbleibsel, die an die Bahnvergangenheit erinnern und der Strecke ihren eigenen Charme verleihen.

Der kommt besonders schön in Pattscheid zur Geltung. An der alten Bahnstation wartet man fast noch auf den einfahrenden Zug. Auch Anna Spuhler nutzt die Station, um eine Pause zu machen. Die 30-Jährige aus Langenfeld befährt die Balkantrasse oft. Vor allem, wenn sie in Erinnerungen schwelgen möchte. De facto radelt Anna durchs Bergische Land, in ihrem Kopf beginnt aber ihre eigene Reise - nach Russland. "Ich bin vor einigen Jahren am Baikalsee gewesen, und dort führten alte Bahngleise entlang - es war wunderschön. Dieses alte Eisenbahnflair finde ich auch hier", erzählt sie begeistert.

Durch alte Tunnel geht es weiter Richtung Burscheid, vorbei an der unter Denkmalschutz stehenden alten Bahnmeisterei. In Burscheid kann man sich übrigens den unschönen Weg über die Kölner Straße sparen, indem man nicht der Straße "An der Floßwiese" folgt, sondern vorher in einen kleinen Schotterweg einbiegt. So ist man schneller wieder auf dem Panoramaweg gen Wermelskirchen. Dank kurzer An- und Abstiege und Kurven ist für Abwechslung gesorgt.

Hinter Tente muss durch die Wermelskirchener City gefahren werden. Da es kaum Einkehrmöglichkeiten gibt, die an der Trasse liegen (zwischen Hilgen und Tente gibt es eine Waffelhütte, die an Sonn- und Feiertagen geöffnet ist), bieten sich die Restaurants und Cafés in der Innenstadt an. Nachteil: Dorther führt kein markierter Radweg. Das stört Guido und Dagmar Reneld. "In der Innenstadt muss dringend was für die Radfahrer getan werden." Trotzdem sind sie richtige Fans der Trasse: "Sie ist relativ ruhig und hat so viel Natur zu bieten - herrlich." Wer der Trasse folgt, erreicht den Bahnhof Remscheid-Lennep. Hier kann man die Tour beenden und mit dem Zug zurückfahren oder das Deutsche Röntgenmuseum in der Altstadt von Lennep besuchen.

Wer's richtig sportlich liebt, kann schon in Bergisch Born die Kurve kriegen aufs "Wasserquintett", die alte Wippertalbahn führt bis nach Marienheide. Hier wird's unterwegs kurz dunkler - im Tunnel Höhsiepen lohnt es sich, das Rad zu schieben, um an den Tunnelwänden etwas über Fledermäuse zu erfahren. Kurz danach weichen Felswände der Aussicht auf die Wuppervorsperre.

Und auf den Turm der Pauluskirche in der Hückeswagener Altstadt, an die sich das Schloss mit dem Heimatmuseum anschließt. Nahe der Strecke: zwei Eisdielen und mehrere Cafés. Entlang der Wupper geht es in die Hansestadt Wipperfürth, der ältesten Stadt des Bergischen. Ein Abstecher lohnt auf den Marktplatz mit Gastronomie, zur Neyetalsperre oder ins Schwarzpulvermuseum in der Villa Ohl. Von dort führt die Strecke nach Marienheide, das vieles bietet: Brucher- und Lingesetalsperre, eine Wallfahrtskirche, eine der Bonten Kerken mit Mittelaltermalereien, Haus Dahl, das älteste Bauernhaus des Oberbergischen, die Quelle der Wupper und der Aussichtsturm auf dem 505 Meter hohen Unnenberg.

Ab Marienheide gibt's eine Zugverbindung nach Köln und die Buslinie 336 (von Gummersbach), die auch in Wipperfürth, Hückeswagen und Remscheid-Lennep hält.

Quelle: RP
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