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Ratingen
Auf der Suche nach filmreifen Kulissen

Ratingen: Auf der Suche nach filmreifen Kulissen
Mai 2010: Dreharbeiten für die ZDF-Krimiserie "Kommissar Stolberg" mit Rudolf Kowalski im Herrenhaus Hahnerhof. Der "Kommissar" war damals allerdings nicht dabei. FOTO: achim blazy
Ratingen. Für Film- und TV-Produktionen sind besondere Drehorte sehr wichtig. In Ratingen werden die Spezialisten fündig. Von Valeska von Dolega

Unmittelbar vor der Tür fließt ein Bach, hinterm Haus verliert sich der Blick zwischen Wiesen und uralten Bäumen. Susanne Thiele wohnt im idyllischen Nirgendwo. Und zwar in einem traumschön restaurierten Haus, das früher eine Mühle war. "Hier stehen schon mal Leute im Garten, und fragen, ob sie sich auf eine Tasse Tee draußen hinsetzen können."

Kürzlich allerdings wollten zwei Fremde keine Teepause einlegen, sondern gleich das ganze Haus - für Dreharbeiten zu einem Krimi. "Das war skurril", erinnert sich die Werbefachfrau. "Denn die hatten ganz konkrete Vorstellungen, was genau sie suchen." Nämlich ein Ferienhaus, in dem die "Tatort"-Kommissarin untertaucht und vom blutrünstigen Dienstalltag abschaltet. Für dieses filmisch zu realisierende Szenarium wurden sämtliche Räume unter die Lupe genommen, "das Interieur gefiel auch. Aber vor allem waren sie an der Location und dem Drumherum interessiert." Dann ging es um die Formalien, "richtig gutes Geld" wurde geboten. Allerdings hätten Susanne Thiele und Ehemann Thomas Woywod dann auch knapp zehn Tage irgendwo anders wohnen und leben müssen. "Und wir hätten im Vertrag zugesagt, dass die in der Drehzeit theoretisch alles hätten umbauen und neustreichen können." Dass der Vertrag nicht zustande kam, war dann der zu wenig ausbetonierten idyllischen Waldsituation geschuldet: "Die Filmcrew hätte mit allen Trucks, die sie für Technik, Ausrüstung und Verpflegung brauchen, nirgendwo vor der Tür stehen können. Dafür ist kein Platz."

Dass es in der Dumeklemmer-Stadt viele filmreife Kulissen gibt, hat sich inzwischen bei sogenannten Location Scouts herumgesprochen. Der Hahnerhof zum Beispiel wurde schon mehrfach für Produktionen genutzt, Götz George war da, das Team von "Kommissar Stollberg" ebenso, und auch Thomas Gottschalk machte seine filmische Aufwartung. An einem anderen schönen Tag sperrte wiedermal Flatterband das Areal am Marktplatz ab, wo Schienen für ruckelfreie Kamerafahrten verlegt und an den Ecken Hubsteiger mit wattstarken Riesenscheinwerfern postiert waren. "Wir brauchten eine märchenhafte Kulisse - und das passt hier einfach super", schwärmte Aufnahmeleiter Florian Weiß damals. Die er für die "Vampirschwestern", die Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs, brauchte. Ein 55-köpfiges Filmteam, mittendrin Darsteller Steve Hudson, zog die Blicke auf sich. Die Szene wurde mit zwölf Kameraeinstellungen gedreht. In der fertigen Filmfassung blieben vom Außendreh zwei Minuten. Auch die Apotheke an der Speestraße sowie zwei Häuser weiter eine Bäckerei in Lintorf waren schon Schauplatz für Dreharbeiten. Die Ratinger Produktionsfirma "drandrandran UG (beschränkte Haftung)" hatte sie ausgewählt, um Szenen für die elfte Folge der Web-Serie "Jeder ist mal dran" zu drehen. Das Team um Autorin, Produzentin und Regisseurin Sharlene Anders wollte ursprünglich in Mitte drehen, aber Feste und die Wochenmarkttermine verhinderten das. "Das hier ist ein schönes beschauliches Örtchen mit den vielen kleinen Häusern. Das passte perfekt", sagte sie.

Quelle: RP
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