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Ratingen
Auf gute Nachbarschaft in der Unterilp

Ratingen: Auf gute Nachbarschaft in der Unterilp
Gute Nachbarn vom Tauberweg (v. li.): Gerd Pilatzki, Helgard Heinze, Hannelore Jenas, Paul Jenas, Otto-Karl Heinze und Udo Wolf. Rechts die baulichen Anfänge vor 50 Jahren. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass die ersten Bewohner die Bungalows auf dem Tauberweg und Saaleweg bezogen. Von Sandra Kreilmann

Da hat Hannelore Jenas gestaunt, als vor einigen Jahren mal die Nachbarin zu Besuch kam und einen ganz besonderen Gast im Gepäck hatte. "Das Mädchen hatte ein Pony. Und als sie damals bei mir klingelte und herein kam, da stand das kleine Pferd gleich mit im Flur." Bei dieser Geschichte muss sie laut lachen. "Wir mussten erst mal überlegen, wie man das Tier aus dem Haus bekommt. Und haben es dann durchs Haus geschleust, damit es wieder raus kam." Es sind solche Geschichten, die die Nachbarschaft ausmachen.

In gemütlicher Runde mit ihren Nachbarn erzählt Hannelore Jenas diese Geschichte. Sie gehört mit ihrem Mann Paul zu den ersten Siedlern, die damals dort die Bungalows bezogen haben. In den Nachbarhäusern hat sich der Generationenwechsel bereits vollzogen, doch das in Heiligenhaus und Umgebung verwurzelte Paar, das bereits seit 65 Jahren verheiratet ist, fühlt sich hier pudelwohl. Das macht nicht zuletzt auch die angenehme Nachbarschaft, über die man auch nach 50 Jahren nur Gutes sagen kann: "Gemeinschaftlich, freundschaftlich, einfach friedlich", fasst Paul Jenas zusammen.

Gute Nachbarn vom Tauberweg (v. li.): Gerd Pilatzki, Helgard Heinze, Hannelore Jenas, Paul Jenas, Otto-Karl Heinze und Udo Wolf. Rechts die baulichen Anfänge vor 50 Jahren. FOTO: Achim Blazy

Nachbar Udo Wolf kann dem nur zustimmen, auch wenn er "erst" seit 18 Jahren einen der Bungalows bewohnt und damit bereits der dritte Eigentümer ist. "Ich habe vorher in der Stadt gelebt, und da kannte man nicht mal die Nachbarn zwei Häuser weiter. Hier fühle ich mich schon lange nicht mehr als Zugereister", schmunzelt er. Auch wenn die Straße mitten in der Unterilp liegt, der Ring der Moselstraße quasi direkt hinter den Gärten, "es ist einfach ruhig hier".

Die Bungalow-Bauweise hat auch das Ehepaar Otto-Karl und Helgard Heinze überzeugt. "Wir haben uns damals für dieses Haus beworben, wir fanden gut, dass es keine Etagen hat und somit auch keine Stufen." Sie wohnen zwar, wie auch Gerd Pilatzki, auf dem Saaleweg, doch die Gärten grenzen an den Tauberweg, somit ist man quasi eingemeindet. Man lebt gemeinsam hier, Paul Jenas nennt die Unterilp immer schon "das Dorp", für Helgard Heinze, die 1961 aus Brandenburg herkam, ist es Stadt.

Dass es sich trotz dieser unterschiedlichen Formulierungen trotzdem blendend hier leben lässt, zeigen die regelmäßigen Nachbarschafts-Feste, bei denen man sich regelmäßig trifft. "Im Alltag sieht man sich kaum noch, wenn man älter wird, ist man nicht mehr ganz so viel unterwegs", sagen sie übereinstimmend. "Auch dass der Einzelhandel sich zurückgezogen hat und nicht mal mehr ein Supermarkt im Stadtteil ist, ist traurig. Hier begegnete man sich auch." Man kennt die Geschichten der Nachbarn, die guten und die schlechten, den man lebt schließlich sehr nah beieinander.

"Man hat ein Auge und auch auf die älteren Nachbarn, und fragt dann schon mal, ob und wie man helfen kann", so Wolf.

Quelle: RP
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