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An(ge-)dacht
Auferstehung begreifen

Ratingen. Was ist heute nochmal für ein Tag? Vatertag? Rosen-mon-donners-tag? Himmelfahrt?

Manche haben es vergessen, aber wir verdanken den arbeitsfreien Tag dem christlichen Glauben. Nach der Überlieferung der Bibel war Jesus nach seiner Auferstehung noch einmal 40 Tage mit seinen Jüngern zusammen.

Er hat sie zu Hause besucht, er hat sie am See Genezareth getroffen und mit zwei von ihnen ist er in das kleine Dörfchen Emmaus gewandert. Von langer Dauer waren die Begegnungen nicht.

Immer, wenn den Freunden im Herzen klar wurde "Das ist ja Jesus!", war er schon wieder weg. Auferstehung ist eben etwas, was man weder ergreifen noch begreifen kann. Es lässt sich nur mit dem Herzen fassen und erfassen.

Seine letzte Reise hat Jesus dann am Himmelfahrtstag angetreten. Die Apostelgeschichte erzählt, dass er vom Ölberg in Jerusalem vor den Augen der Jünger durch die Wolken in den Himmel gefahren ist. Da war viel in Bewegung in den Wochen zuvor und an dem Tag selbst. Darum hat die römische Kirche irgendwann begonnen am Himmelfahrtstag Prozessionen abzuhalten. Die Väter mit Bollerwagen und der verspätete Karnevalsumzug können als weltliche Variante dieses religiösen Brauchs gedeutet werden. Manche evangelische Kirchengemeinden feiern an diesem Tag gerne Gottesdienst unter freiem Himmel.

Sie erinnern so daran, wo wir herkommen und wo wir hingehen. Wir sind unterwegs als Erdenbürger und gehören dem Himmel.

Himmelfahrt ist nicht nur ein freier Tag, Himmelfahrt ist auch ein Feiertag. Gert Ulrich Brinkmann, ist Pfarrer an der Evangelischen Stadtkirche in Ratingen.

Quelle: RP
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