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Ratingen
Ausgetobt: Spuren des Sturms

Sturmtief "Xynthia" sorgt für Chaos in Deutschland
Sturmtief "Xynthia" sorgt für Chaos in Deutschland FOTO: ddp
Düsseldorf. Ratingen ist beim Durchzug des Orkantiefs relativ glimpflich davongekommen. Die Feuerwehr zählte bis gestern Mittag 48 Einsätze. Die S-Bahn stand auch gestern noch still. Von Joachim Preuss

Das Orkantief "Xynthia" hat zwar auch in Ratingen seine Spuren hinterlassen, doch unterm Strich ist die Stadt glimpflich davon gekommen. Gestern musste die Feuerwehr noch drei Einsätze fahren. Am Sonntag waren es 45 gewesen. Die S-Bahn sollte bis gestern Abend wieder laufen, doch eine Garantie mochte ein Bahnsprecher nicht abgeben.

Bereits um 9.16 Uhr hatte Feuerwehr-Chef René Schubert am Sonntag per SMS-Alarmierung die Führungsgruppe und die Informations- und Kommunikationsgruppe vorbereitet. Als um 12 Uhr die Böen die ersten Bäume umlegten, wurden nach und nach alle Standorte in Marsch gesetzt. Die Berufsfeuerwehr und der Löschzug Tiefenbroich hielten sich in Bereitschaft, sagte Jan Neumann, Leiter des Stabs. Tatsächlich sorgte am Abend noch ein Brandalarm im Wichernheim in Homberg kurzzeitig für Aufregung. Vier Löschzüge rückten zum Seniorenheim aus. Es hatte aber nur die Brandmeldeanlage "gesponnen". Ansonsten galt es vor allem, umgefallene Bäume zu beseitigen, Dächer und Plakatwände zu sichern. Die meisten Einsätze gab es in Mitte und in Lintorf. Auf der Speestraße riss ein Baum in Höhe des Bürgershofes eine Ampelanlage mit sich. Ein Baum krachte auf die Kalkbahn.

In der Leitstelle behielt der Stab ständig die aktuellen Wettervorhersagen im Blick: Die Wehr bekommt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) via "Konrad" und vom Feuerwehr-Informationssystem (Fewis) Live-Daten. Schnell stand am Abend fest, dass Ratingen die befürchteten Regengüsse nach dem Orkan nicht abbekommen würde. Die Löschzüge konnten wieder einrücken. Die S 6 stand, wie berichtet, seit Sonntagnachmittag still. Auch gestern lief zwischen Düsseldorf-Wehrhahn und Essen nichts mehr. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Warum gestern Morgen trotzdem Kunden auf dem Höseler Bahnhof (vergeblich) warteten, war dem Bahnsprecher ein Rätsel. Sie hätten eigentlich informiert werden müssen. Ob die Bahnstrecke heute Morgen wieder frei ist, wagte er nicht vorauszusagen. Mehrere Bäume waren ins Gleis und auch in die Oberleitung gefallen.

Quelle: RP
 
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