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Ratingen/Düsseldorf
Baby zu Tode geschüttelt – Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt

Ratingen/Düsseldorf. Weil er seine 16 Monate alte Tochter im Frühjahr in der Ratinger Wohnung seiner Freundin grob misshandelt und letztlich zu Tode geschüttelt hat, muss ein 19-Jähriger für fünf Jahre in Jugendhaft. So urteilte am Montag das Düsseldorfer Landgericht.

Es sprach den jungen Vater schuldig wegen roher Misshandlung des ihm anvertrauten Kindes sowie wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Mit dem Strafmaß entsprach die Kammer dem Antrag des Staatsanwalts. Die Anwältin der Kindesmutter hatte auf eine Haftstrafe von sechseinhalb Jahren plädiert. Im Strafprozess hatte der 19-Jährige die Übergriffe zugegeben, doch beteuert, er habe "nie die Absicht" gehabt, "meine Tochter zu verletzen oder zu töten".

Er sei mit der Situation einfach überfordert gewesen, als er in jener Märznacht auf das kleine Mädchen aufpasste, damit die Kindesmutter mit Freundinnen ausgehen konnte. Weil sich die 16 Monate alte Tochter beim Windelwechseln aber widerborstig gebärdet habe, habe er das Kind auch am Hals gepackt und zurückgedrückt. Weitere Verletzungen des Mädchens am Unterleib ließen laut Richterspruch nur den Schluss zu, dass er dem Mädchen "Schmerzen zufügen wollte", anders seien die Befunde "nicht zu erklären". Diese "sehr grobe Handlungsweise" werteten die Richter als rohe Misshandlung "eines ganz kleinen Kindes, das ihm anvertraut und dessen Vater er war".

Als gesonderten, zweiten Tatkomplex hat die Kammer das letztlich tödliche Schütteln des Kindes gewertet. Er habe sich in der Tatnacht darüber geärgert, dass die Tochter sich ein Milchfläschchen übergeschüttet und danach noch geschrien habe. "Er wollte sie um jeden Preis zur Ruhe zwingen, damit sie schläft", hieß es im Urteil.

Überraschend setzte die Kammer den 19-Jährigen wieder auf freien Fuß. Statt die Strafe direkt aus der U-Haft anzutreten, durfte der 19-Jährige nach Hause und muss sich zum Strafantritt demnächst in einer Jugendhaftanstalt melden.

Die Richter gingen davon aus, dass er selbst angesichts einer fünfjährigen Haftstrafe jetzt nichts unternehmen werde, um sich der Inhaftierung zu entziehen.

(wuk)