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Ratingen
Barbie feiert Geburtstag im alten Trinsenturm

Ratingen. Das Spielzeugmuseum besteht seit 25 Jahren - das wird groß gefeiert. Für die Besucher gibt bei dieser Zeitreise ganz viel zu bestaunen. Von Valeska von Dolega

"Zu der Sammlung bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen", erinnert sich Mitgründerin Karin Schrey. Eigentlich bastelte sie Puppen nur für sich, wurde für die Volkshochschule als Kreativ-Dozentin entdeckt und lernte später Dr. Ursula Mildner, damalige Chefin des Museums, kennen. Als die während der Umbauphase des Museums sagte, irgendjemand solle sich mal ausschließlich um die Spielzeugsammlung kümmern, "haben wir mitten im Bauschutt den Verein gegründet". Das war im Januar 1990. Nun wurde bei Sonnenschein im Trinsenturm am alten Wehrgang der Stadtmauer der 25. Geburtstag gefeiert.

"Mein Mann fragte mich damals, ob ich eigentlich wahnsinnig sei?" erinnerte sich Karin Schley. "Dabei ist bloß all mein Herzblut in die Sache geflossen." Und auch, wenn sie den Vorsitz inzwischen an Bettina Dorfmann abgegeben hat, war sie am Feiertag natürlich dabei. Aus dem von ihr verfassten Buch "Ringelrosenpuppenreigen" las sie zur Freude des zahlreich erschienen Publikums.

Die Geschichte dreht sich um die Abenteuer einer Käthe Kruse-Puppe, wurde vor 20 Jahren verfasst und ist jetzt wieder aktuell. "Eine Münchener Produktionsfirma verfilmt den Stoff gerade." Unter dem Arbeitstitel "Es war einmal in Europa" kreiert Regisseurin Dagmar Knöpfel zurzeit ihre Kinoversion.

"Das Interesse an altem Spielzeug nimmt wieder zu", freuten sich alle Beteiligten. Das lässt sich generell an den Besucherzahlen im Museum und der Resonanz aufs Fest ablesen. Vorm Eingang zum Trinsenturm musizierten die Geschwister Insa (7) und Anna (13). Hanke und Erika Schönhoff hatte "Spiele ohne Strom und Elektronik" aufgebaut. Die Ex-Lehrerin ist seit 23 Jahren im Verein, "alles begann 1978 mit einer Reise in die damalige DDR". Dort bekam sie als Dankeschön für Tapetenkleister und Werkzeug fünf Puppenköpfe aus Porzellan. "Die bekamen Körper, die Körper wollten sitzen, so kamen Stuhl, Bett und am Ende ganze Puppenhäuser dazu", erklärt sie den Beginn ihrer Sammelleidenschaft: "Ich lege viel Wert auf Kreativität." Und damit die Kinder von heute erfahren konnten, wie in der sprichwörtlich guten alten Zeit gespielt wurde, hatte sie zur aktiven Benutzung Blumenstand, Geburtstagstafel sowie eine Bügelstation aufgebaut. Letztere mit Miniaturbügeleisen, die früher auf dem Kohleofen heiß gemacht wurden. Saskia (4), Roman (5) und Maja (5) fanden das "toll".

Noch toller aber waren für alle kleinen Mädchen die exklusiven Führungen durch die aktuelle Barbie-Ausstellung. 275 Exemplare dieser Gattung sind derzeit unter dem Titel "Zwischen Alltag und Glamour" zu bewundern. "Über Barbie rümpfen ja viele die Nase." Zu prinzessinnenhaft und unzeitgemäß sei sie. "Dabei gibt es sie als Ärztin, Präsidentin und natürlich flog sie auch zum Mond!" Viele bewundernde Seufzer gab es vor allem für die Outfits - schließlich haben Modegötter wie Oscar de la Renta oder auch das legendäre Haus Dior entsprechende Roben geschneidert. Bettina Dorfmann, Jahrgang 1961, und seit ihrer Kindheit Barbie-Fan, erzählte viel Wissenswertes über die langbeinige Schönheit. "Das ist einfach auch eine Zeitreise durch die Jahrzehnte." Übrigens nennt sie 17000 Exemplare ihr eigen. "Das hier in der Ausstellung ist nur ein kleiner Ausschnitt."

Quelle: RP
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