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Ratingen
Basildonplatz: 250 Bücher zerstört

Ratingen: Basildonplatz: 250 Bücher zerstört
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Das Stadtmarketing will den öffentlichen Bücherschrank nach dem Silvester-Feuerschaden wieder einrichten. Von Wolfgang Schneider

Nein, unterkriegen lassen sich Ruth Ortlinghaus und Dagmar Haarhaus nicht. Nicht von ein paar Chaoten. Die beiden sich Patinnen des Bücherschranks am Basildonplatz, der in der Silvesternacht fast zerstört worden wäre. Unbekannte hatten ihn zweckentfremdet und ihn als Abschussrampe für ihr Feuerwerk benutzt. "Die Nachricht von der Zerstörung war ein Schock am frühen Neujahrsmorgen", erinnert sich Ruth Ortlinghaus. Aufgeben wollen die beiden Heiligenhauserinnen mit dem von ihnen betreuten Projekt aber nicht. Das macht Dagmar Haarhaus unmissverständlich klar: "Wir lassen uns nicht entmutigen. Bald wird der Schrank wieder mit neuen Angeboten und repariert im alten Glanz erstrahlen." Doch zuerst blieb ihnen nicht viel mehr übrig, als die gröbsten Spuren des Vandalismus zu beseitigen. Dagmar Haarhaus kann nicht verstehen, was hier passiert ist: "Ich kann es nicht nachvollziehen, dass es Bürger gibt, die sich aus Übermut, Frust oder sonstigen Beweggründen an öffentlichen Einrichtungen abreagieren."

Welche Chaoten da am Werk waren, dürfte schwer zu ermitteln sein. Die Polizei war vor Ort, hat die Anzeige aufgenommen. Doch ob sich die Täter ermitteln lassen, steht auf einem anderen Blatt. Auch die Feuerwehr war am Basildonplatz am Einsatz. Deren Sprecher Nils Vollmar zeigte sich in seiner Silvesterbilanz auch enttäuscht über diesen Einsatz: "Ich kann es nicht verstehen, dass Menschen so eine Einrichtung fast zerstören." Eine Anwohnerin hatte den Bücherschrank-Patinnen von den Ereignissen berichtet: "Grölende Jugendliche haben mit Böllern in den Schrank geschossen. Die Bücher fingen sofort Feuer, konnten dann von der alarmierten Feuerwehr relativ schnell gelöscht werden." Trotzdem wurden fast alle 250 Bücher im gut gefüllten Schrank durch das Feuer oder das Löschwasser zerstört. Aber alle etwa 250 Bücher im gut gefüllten Schrank wurden durch Feuer oder Wasser zerstört. Die Glastüre zum Basildonpaltz war durch das Feuer angekokelt und das Glas beschädigt. Die meisten Bücher lagen angekohlt, beschmutzt und unbrauchbar auf der Erde, die wenigen im Schrank verbliebenden trieften vor Nässe. Der wetterfeste über zwei Meter hohe Schrank trotzte dem Vandalismus. Er ist eine Stiftung von RWE an das Stadtmarketing. Das Unternehmen betreibt auf diese Weise Leseförderung und sponserte bereits Schränke in vielen Städten der Bundesrepublik. Entworfen vom Künstler und Architekten Hans-Jürgen Greve haben die Außenwände und das hohe Fundament eine besondere Optik. Sie wurden errichtet aus dem Material "Cor-Ten-Stahl", es bildet eine schillernd gelbliche Schutzschicht, die stabil ist und außerdem immun gegen Sprayerfarben - der Inhalt allerdings leider nicht.

Ruth Ortlinghaus' Bilanz des Jahreswechsels ist insgesamt recht schockierend: "Die Innenstadt sah so schlimm aus wie noch nie. Das war teilweise der pure Vandalismus."

Quelle: RP
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