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Ratingen
Baustelle am Markt sorgt für Ärger

Ratingen. Markthändler klagen über Kopfschmerzen und Umsatzrückgang. Von Norbert Kleeberg

Es ist Samstag. Beste Marktzeit, die Innenstadt ist brechend voll. Kunden strömen in die historische Altstadt, decken sich fürs Wochenende ein. Doch Christina Pavlovic, die seit vielen Jahren zusammen mit ihrem Team Blumen verkauft, kann nicht zufrieden sein. Denn der Schein trügt. "Wir haben Umsatzeinbußen - und zwar wegen der Baustelle", sagt sie und zeigt auf die entkernten Häuser Markt 17 und 18. Die Baustelle ist nur wenige Meter entfernt. Banner zeigen, was dort entstehen soll: Eine neue Filiale des Damenmode-Spezialisten Gerry Weber wird im Herbst eröffnen, es werden weitere Läden und Wohnungen in bester Lage gebaut.

Pavlovic kennt das Projekt von Berichten, doch mit ihr hat niemand konkret darüber gesprochen. "Wir haben keine Informationen zur Baustelle bekommen", erklärt sie, "auch nicht darüber, dass am Wochenende gearbeitet wird."

Pavlovic klagt über Kopfschmerzen, hat in der Nacht zum Samstag ganz schlecht geschlafen. Auch Ralf Ludwig, der Vorsitzende der Marktgemeinschaft, kann nicht glücklich sein. Er verkauft in unmittelbarer Nähe zur Baustelle seine Käsespezialitäten.

Konditormeister Rainer Vogt, der sein Café direkt neben dem Gebäude Markt 17 betreibt, hatte sich bereits vor Monaten über den herumfliegenden Bauschutt beklagt, doch bei der Stadt zunächst keinen Ansprechpartner bekommen. Besonders pikant: Vogt, Ratsmitglied der Bürger Union, ist zweiter stellvertretender Bürgermeister mit guten Kontakten zur Verwaltung. Doch erst nach mehrmaligem Nachbohren gab es eine Lösung für die Bauschutt-Container. Investor Gunnar Marx hatte betont, dass man eine Firma beauftragt habe, die auf Projekte dieser Art spezialisiert sei. Dass die Zeit drängt, ist offensichtlich. Marx hatte selbst von einem ambitionierten Zeitplan mit Blick auf die Eröffnung der Gerry-Weber-Filiale gesprochen.

Pavlovic denkt schon an die nächsten Bauprojekte für die Häuser Markt 19 und 20. "Das wird noch eine ganze harte Zeit für uns", sagt sie. Bürgermeister Klaus Konrad Pesch, der in das Projekt involviert ist, kennt die sensible Stelle im Herzen der historischen Altstadt nur zu gut. Eines habe man zumindest verhindern können: Dass der massive Baukran vorne vor dem Gebäude steht.

Quelle: RP
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