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Ratingen
Behinderte haben neuen Ansprechpartner

Ratingen: Behinderte haben neuen Ansprechpartner
Als neuer Abteilungsleiter ist Stefan Corneße auch für Behindertenangelegenheiten zuständig. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Seit August ist Stefan Corneße neuer Behindertenkoordinator der Stadt Ratingen. Er tritt in die Fußstapfen von Eckhard Löwenstein, der als zupackend und bodenständig geschätzt wurde. Von Valeska von Dolega und Marita Jüngst

Die Stellenbeschreibung von Stefan Corneße hört sich zunächst eher nüchtern an: Sein Job als Abteilungsleiter bei der Stadt Ratingen umfasst die Themenbereiche soziale Hilfen, Wohnen, Kriegsgräberfürsorge sowie die Koordination für Behindertenangelegenheiten.

Vor allem die Zusammenarbeit mit Behinderten ist aber kein nüchternes Metier. Hier hat er es mit Menschen zu tun, die wegen ihrer Probleme an ihn herantreten. Wie jüngst Marion Höltermann, Vorsitzende des Vereins der Blinden und Sehbehinderten. Bei dem Gespräch ging es unter anderem um das Fehlen akustischer Ampeln und fehlender Kennzeichen, die auf eine Bushaltestelle hinweisen. Stefan Corneße versprach, sich der Sache anzunehmen: "Grundsätzlich gilt, Kennzeichnungen an Ampelanlagen behindertengerecht zu gestalten."

Allerdings bittet er sich ein wenig Zeit aus. Sein breit gefächertes Arbeitsfeld sei nicht in acht Stunden am Tag zu schaffen. "Vor allem nicht in der Einarbeitungszeit", sagt Stefan Corneße. Der 51-Jährige ist Mitte August in die Fußstapfen von Eckhard Löwenstein getreten - und die sind groß. Seit 2008 hatte dieser als Behindertenkoordinator gewirkt und war bekannt als bodenständiger Typ, der lieber selber anpackt, bevor er Untergebene schickt und unbürokratisch hilft, wo es nur geht.

In diese Fußstapfen muss Stefan Corneße nun hineinwachsen. Dabei hilft ihm sicherlich sein bisheriger beruflicher Werdegang, Denn als Verwaltungsmitarbeiter ist er alles andere als ein Neuling. "Ich bin seit 33 Jahren ununterbrochen bei der Stadt beschäftigt", bilanziert der Ratinger.

1983 schloss er die Höhere Handelsschule mit Abitur ab und begann eine Karriere im Mittleren Dienst nach zweijähriger Ausbildung. Die absolvierte der ehemalige Handballspieler unter anderem im Sportamt. An der Fachhochschule schloss er eine Ausbildung für den Gehobenen Dienst an. Bei der Stadt war er im Schulverwaltungsamt tätig, sieben Jahre Sachgebietsleiter für den ruhenden Straßenverkehr, ehe er ins Rechnungsprüfungsamt wechselte. "Ich habe umfangreiche Erfahrung gesammelt", lautet Corneßes Eigenbeschreibung über diese "besondere Qualität, in immer wieder neuen Aufgabenfeldern bestehen zu können".

Die Behindertenkoordination beinhaltet für Stefan Corneße Vermittleraufgaben zwischen Wohlfahrtsverbänden, Beratungsstellen und Fachdiensten. Und was wünscht sich Marion Höltermann von dem neuen Mann im Amt? "Mit mir konstruktiv zusammenarbeiten, um Blinden und Sehbehinderten sowie Höreingeschränkten eine reale Plattform in Ratingen zu gewährleisten, damit durch die Generationen ein wirklicher Strukturwandel in der Behindertenpolitik der Stadt Ratingen in greifbare Nähe rückt."

Quelle: RP
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