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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Bei Keramag gehen wohl die Lichter aus

Ratingen. Die Belegschaft glaubt, dass die Schließung am Kreuzerkamp längst beschlossene Sache ist. In Maastricht wurde eine vergleichbare Zentrale dicht gemacht.

Längst macht man sich am Kreuzerkamp keine großen Hoffnungen mehr. In einem neuen internen Schreiben an die RP berichten Mitarbeiter der Keramag AG, dass der Sanitärriese Geberit fest entschlossen sei, in der Ratinger Zentrale das Licht auszumachen. Dass Geberit das Ding durchziehen werde, zeige die Schließung der Hauptverwaltung einer anderen Sanitec-Tochter, der niederländischen Sphinx in Maastricht. Der sehr teure Mietvertrag für das Verwaltungsgebäude am Kreuzerkamp laufe 2018 aus. Die Bestandsgarantie gelte nur für den Standort, nicht für die Belegschaft. Angebotene Jobs in Pfullendorf (am Bodensee) und Jona in der Schweiz "sind für uns hier in Ratingen nun wirklich keine ernst zu nehmenden Ersatzarbeitsplätze", es handele sich nur um Alibi-Angebote. Das klingt nicht gut. Die Mitarbeiter trauen der firmeninternen Beschwichtigungspolitik nicht.

Sanitec ist vor allem durch die Marke Keramag vertreten, die in Ratingen ja eine sehr lange, tief verwurzelte Tradition hat. Die Zeiten haben sich geändert - und sind im Wettbewerb deutlich härter geworden. In einem früheren Schreiben an die RP geht es bereits um konkrete Pläne: "Einigen Kollegen sollen Ersatzarbeitsplätze in Pfullendorf angeboten werden, andere sollen bei der Geberit-Tochter Mapress in Langenfeld unterkommen. Dem Rest bleibt wohl nur der Weg zum Arbeitsamt." Wie viele Jobs insgesamt betroffen sein könnten, ist unklar. Geberit-Sprecher Roman Sidler hatte betont: "Es gibt keine Entscheidung, dass der Standort Ratingen geschlossen werden soll. Um immer wieder aufkommenden Gerüchten entgegen zu wirken, haben wir ein Bekenntnis zum Standort bis mindestens Ende 2018 abgegeben."

Klar ist: Der kartellrechtlich längst abgesegneten Übernahme von Sanitec kommt eine Schlüsselrolle zu. Dies räumte Sidler auch ein. Und man werde für einzelne Funktionen spezifisch beurteilen, ob "es weiterhin sinnvoll ist, Ratingen als Standort aufrechtzuerhalten". So verfahre man "im Rahmen der Integration der Sanitec-Gruppe in die Geberit-Gruppe" an allen Standorten.

Sidler betonte: "Es kann also durchaus darauf hinauslaufen, dass weitere Kollegen eine Stelle an anderen Standorten bekommen, zum Beispiel in Langenfeld, Pfullendorf oder Jona." Am Kreuzerkamp herrscht Ernüchterung vor: Dass die Verwaltung einer anderen Sanitec-Tochter bereits geschlossen wurde, ist ein düsteres Vorzeichen. Man sollte den Mitarbeitern in Ratingen reinen Wein einschenken. Denn dort glaubt man, dass Geberit längst entschieden hat: Licht aus!

norbert.kleeberg@rheinische-post.de

Quelle: RP
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