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Ratingen
Beraterin macht Firmengründer fit

Ratingen. Birgit Kieslich trainiert Manager von kleinen und mittleren Unternehmen in Sachen Vertrieb. Auch künftigen Jungunternehmern zeigt sie den richtigen Weg auf der Karriereleiter. Von Gabriele Hannen

Birgit Kieslich macht sich schon den einen oder anderen Gedanken über den Begriff "Karriere" im Vergleich zum sprachlichen Geschwisterwort "Laufbahn". Doch in einem seitenreichen Papier über ihren eigenen beruflichen Werdegang von der Abiturientin bis zum Vertriebscoach ist doch der Ausdruck Karriere angebracht, wie man ihn üblicherweise versteht und sagt.

Eins aber sucht man bei ihr vergeblich: Birgit Kieslich jammert nicht. Weder über viele Arbeitsstunden noch über früher mögliche Schwierigkeiten, eine Betreuung für ihre Kinder zu finden noch über generelle Akzeptanz von Frauen in der Arbeitswelt. Da gibt es weder Maulen, abschätzige Bemerkungen noch bissige Ironie. Sie arbeitet einfach ihr Pensum ab, systematisch, gut organisiert und irgendwie auch fröhlich. Dass dabei ihre Haare zu Berge stehen, hat allein kosmetische Gründe.

Geboren ist sie 1969 in Berlin - wovon sie mundartlich bescheiden keinen Gebrauch macht. Ihr Abitur legte Birgit - damals noch mit Nachnamen Laube - an der Evangelischen Schule Berlin-Frohnau ab. Das war im Jahr 1988. Zum Studium ging sie nach Stuttgart, und zwar an die Berufsakademie Stuttgart und nutzte das dort angebotene duale Studium der Betriebswirtschaftslehre, das seinerzeit eher selten war. Drei Jahre später war sie Betriebswirtin, suchte und fand einen Job als Unternehmensberaterin.

Consultant heißt das in diesem Business, was auch schon wieder Englisch ist. Zwar nebensächlich, aber amüsant ist ihre Erinnerung, dass sie immer wieder mit einem monströsen C-Netz-Telefon von der Größe eines Kabinenkoffers unterwegs war. Diese Berufstätigkeit fesselte sie vier Jahre lang - dann ging es zu neuen Ufern und stand für Qualitätsmanagement im Weltkonzern Ericsson. Auch dafür gab es einen schicken Namen: Process Controller. Und dann, weil es ohnehin so gut lief, machte sie im selben Unternehmen als Senior Consultant weiter. "Ich war in einem tollen Team, hatte einen großartigen Mentor, bekam wichtigstes Feedback" sagt sie heute. Wobei sich das mal einfach in Rückmeldung übersetzen kann.

Nach einem Jahrzehnt in derselben Firma wurde sie dann beruflich Business Director und privat Ehefrau, dann auch Mutter einer Tochter. Wechselte später in ein schickes Büro im zehnten Stockwerk mit Blick auf den Düsseldorfer Medienhafen, brachte vor acht Jahren Zwillingsjungen zur Welt. Letztlich hatte sie sich "unfallfrei" bis dahin durchgewuppt - da stand eigentlich der beruflichen Selbständigkeit auch nichts mehr im Wege. Und das nicht nur, weil sie endlich mal die Möbel und Farben ihrer Träume um sich drapieren wollte.

Sie wurde Solopreneur. Der erste Teil dieser Bezeichnung kommt nun aus dem Lateinischen, der zweite ist von "entrepreneur" abgeleitet, das gleichlautend im Französischen wie im Englischen benutzt wird und Unternehmer heißt. Nun aber, im eigenen Büro in Ratingen, wird es doch mal deutsch: Hier geht es um die Entwicklung von Lösungen im Vertriebsbereich von kleinen und mittleren Unternehmen in der Region, geht es auch um Beratung von zukünftigen Firmen-Gründerinnen und -Gründern.

Die Räume sind in der Ratinger Innenstadt, die familiäre Heimat nicht weit davon; die Kundschaft läuft zwar nicht schnüffelnd an der Häuserreihe entlang, wird aber unter anderem über engmaschiges Netzwerken angeworben. Und was lernen künftige Selbständige? Sie lernen, wie man mit den richtigen Entscheidungen und Systemen Produkte und Dienstleistungen an Mann und Frau bringt.

Vertriebsstrategie und die effiziente Gestaltung des Vertriebsprozesses stehen im Vordergrund. Verantwortliche Personen im Vertrieb brauchen und erlernen bei Kieslich entsprechende Kompetenzen.

Alexa Peters, erfolgreich fortgebildet, meint in dem Zusammenhang anerkennend: "Birgit ist ein richtiges Energiebündel und steckt einen sofort mit ihrer Begeisterung an. Nach dem Vertriebscoaching fällt mir die Telefonakquise viel leichter. Falls mal etwas nicht so rund läuft, weiß ich, dass ich mich immer an sie wenden kann."

Und was die Anglizismen im Haus Kieslich betrifft: Die drei Kinder sagen schlicht und deutsch Mama.

Quelle: RP
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