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Ratingen
Besuch aus Indien: Heinz Brazda hilft

Ratingen. Für die Einrichtung eines Krankenhauses mit 120 Betten fehlt es in der Diözese Indore noch an Geld.

Der indischer Bischof Chacko von der Diözese Indore, Madhya Pradesh, hat am vergangenen Wochenende die Stadt Ratingen besucht und in St. Suitbertus eine Messe gefeiert. Bei dieser Gelegenheit berichtete er auch über die derzeitige Situation der Menschen auf dem Lande.

"Die Umgebung von Indore in Zentralindien, wo fast ausschließlich Ureinwohner leben, ist ein sehr trockenes ländliches Gebiet. Entsprechend karg sind die Ernteerträge, von denen die Menschen nur in bitterster Armut leben können. Die Mehrheit der Bhils sind Analphabeten und können vom Ertrag ihrer kargen Felder ihren Lebensunterhalt kaum bestreiten", erklärt Heinz Brazda vom Verein Paten Indischer Kinder. Der Anstieg der Lebensmittelpreise, insbesondere bei Weizen, der sich in den letzten beiden Jahren nahezu verdoppelte, hat zu regelrechten Hungersnöten geführt; täglich sterben Menschen, vor allem die kleinen Kinder. Ärzte der Diözese besuchen die Slums wöchentlich und versuchen, die Kranken mit den nötigsten Medikamenten zu versorgen. Eine gezielte Behandlung ist mit diesen Mitteln kaum möglich. Angesichts dieser Situation hat die Diözese sich entschlossen, ein Krankenhaus in Indore zu bauen, um den vielen Kranken aus der sozialen Unterschicht eine fundierte medizinische Behandlung zukommen zu lassen. Diese medizinische Behandlung soll für die Menschen aus der Unterschicht kostenlos erfolgen. Nun kostet der Bau eines solchen Krankenhauses mit rund 120 Betten auch in Indien eine riesige Summe. Durch großzügige Spenden aus den Niederlanden kann das Gebäude nun finanziert und zum Jahresende fertiggestellt werden. Die Einrichtung mit Betten und medizinischen Geräten ist jedoch noch eine große Herausforderung und bedarf noch weiterer finanzieller Mittel. So wird Bischof Chacko seinen Besuch zum Anlass nehmen, die Menschen in Ratingen um ihre Unterstützung bei der Finanzierung dieses für die Ärmsten so wichtigen Projektes zu bitten.

Neben dem Krankenhaus wird gleichzeitig eine Ausbildungsstätte für junge Frauen aus dem Land und den Slums gebaut. Dort werden jährlich 24 junge Frauen über ein Jahr als Pflegerinnen ausgebildet. Dabei sollen sie die examinierten Krankenschwestern entlasten und zur Pflege der Kranken angeleitet werden. Nach Ablauf des Ausbildungsjahres und staatlicher Prüfung haben sie gute Chancen, als Kranken- oder Altenpflegerinnen arbeiten zu können. "Unser Verein Paten Indischer Kinder führt diese Weiterbildungsmaßnahme, die zu 75 Prozent vom Bund finanziert wird, gemeinsam mit dem Bischof und den örtlichen Fachleuten durch und trägt dabei einen Eigenanteil von über 45 000 Euro", sagt Brazda.

(kr)
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