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Ratingen
Betreuung für die Kleinsten in West

Ratingen. Nicole Sempf und Yvonne Suchomel eröffnen eine Kindertagespflegeeinrichtung. Es gibt insgesamt neun U3-Plätze. Von Valeska von Dolega

West Den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Unterdreijährige gibt es seit Sommer 2013. Um die Versorgungsquote weiter stabil zu halten, schließen Nicole Sempf (34) und Yvonne Suchomel (29) jetzt eine Lücke. Im Mai öffnet die von ihnen initiierte Kindertagespflege "Kleine Entdecker".

"Der Name war schnell gefunden", erinnern sich beide. Yvonne Suchomel, Erzieherin und Sozialpädagogin, war noch kurz zuvor sozusagen auf Kolumbus' Spuren auf Weltreise gewesen. "Dieses Entdecken ist genau unser Thema. Genau das wollen wir den Kleinen vermitteln, die Welt kennen zu lernen", ergänzt Nicole Sempf, bis zur Geburt ihres Sohnes Niklas 2011 als Erzieherin und stellvertretende Kindergartenleiterin an der Erfurter Straße im Dienst gewesen. So kamen sie auf "Kleine Entdecker".

Die beiden Fachfrauen waren sich 2012 bei einer Fortbildung zur Tagespflege erstmals begegnet. Die Idee, sich gemeinsam selbstständig zu machen, kam erst ein Jahr später bei einem SKF-Weihnachtsfest. "Wir haben im Gespräch bald gemerkt, dass unsere Erziehungsansätze übereinstimmen." Mut und Selbstvertrauen, die Selbstständigkeit einzugehen, brachten sie ebenfalls mit und erstellten ein Konzept.

Wesentlich schwieriger war es, eine geeignete Immobile zu finden. "Pro Kind müssen sechs Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen. Zwei Parkplätze müssen vorgehalten werden und die beiden vorgeschriebenen Notausgänge finden sich eigentlich nur im Erdgeschoss", sagt Nicole Sempf. "Eine echte Schatzsuche" begann als Odyssee durch Ratingen, die dann mit Hilfe der Stadt abgekürzt wurde. Denn in West gibt es wenig U3-Betreuung und zum Ausbau konnten sogar Fördermittel in Höhe von 50000 Euro beantragt werden. "Damit können wir von Anfang an eine Qualität schaffen, die den Kindern einen guten Start ermöglicht." Nach viermonatiger Intensivsuche wurden die Frauen an der Boschstraße fündig. Als erstes wurde in die 90 Quadratmeter weite Wohnung eine große neue Küche eingebaut. "Denn bei uns wird frisch zubereitet", das Lebensmittel als Mittel zum Leben zu begreifen, empfinden die Erzieherinnen als wichtigen Baustein. "Deshalb wird es viel Gemüse, Obst und Kräuter geben, anstelle Karies fördernder Limonade stehen Wasser, Milch und Tee auf dem Durstlöscherplan.

"Es wird kunterbunt, jeder Raum bekommt andere Farben", neben Schlaf- und Ruheraum gibt es einen Toberaum, der zweite Notausgang ist in ein vom Schreiner gearbeitetes Podest an der Ritterburg integriert und eine Bücherecke gibt es auch. Mindestens ebenso wichtig ist der 220 Quadratmeter weite Außenbereich, gestaltet von Gärtnermeister Frank Sempf. Von einem Mini-Hügel können Abenteuerlustige herunter kugeln, in der Nestschaukel schwingen oder im ebenerdigen Sandkasten spielen. Außerdem soll die Sitzecke bei entsprechendem Wetter auch für ein Picknick genutzt werden. "Wir überlegen, ob vielleicht Kaninchen oder Meerschweine angeschafft werden könnten. Und vielleicht auch Wachteln für die Eierproduktion", machen Yvonne Suchomel und Nicole Sempf Zukunftsmusik. Auch regionale Biohöfe könnten sie sich als Kooperationspartner vorstellen. Eine weitere Herzensangelegenheit ist die Inklusion. Durch eine beim Land NRW erworbene Qualifikation können die "Kleinen Entdecker" eine seelische, körperliche oder geistige Behinderung haben. "Wir wollen keine integrative Großtagespflege sein, aber wenn Bedarf ist, können wir ein entsprechendes Angebot machen."

Von den zugestandenen neun Plätzen sind bereits vier belegt. "Wir sind offen für alle Stadtteile und freuen uns über jedes Kind." Zukünftig sollen Öffnungszeiten noch stärker am Bedarf der Eltern ausgerichtet werden. "Zur Randzeitenbetreuung wollen wir eine weitere Kollegin ins Team holen." Aber auch das ist noch Zukunftsmusik.

Quelle: RP
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