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Ratingen
Bienen mit dem Staubsauger einsammeln

Ratingen: Bienen mit dem Staubsauger einsammeln
Wenn Bienenschwärme sich eigene Plätze abseits der Bienenstöcke suchen, rücken sie den Menschen manchmal arg auf die Pelle. Fachmann Naber hat sich für diese Fälle einen Spezialsauger aus Abflussrohren gebastelt. FOTO: privat
Ratingen. Franz Naber, Chef der Ratinger Bienenzüchter, hilft bei wilden Bienenvölkern mit einer ungewöhnlichen Methode.

In den Monaten Mai bis Juli haben Bienenvölker und Imker Hochkonjunktur. Die Bienen finden Nahrung im Überfluss und die Imker müssen darauf achten, dass es den Bienen gut geht und die Harmonie in seinen Völkern stimmt. Es ist die sogenannte "Schwarmzeit". Wenn Bienenschwärme sich eigene Plätze abseits der Bienenstöcke suchen, rücken sie manchmal den Menschen arg auf die Pelle: Für "schwere Fälle" haben sich die Ratinger Bienenzüchter jetzt ein ungewöhnliches, aber dennoch für die Bienen unschädliches Spezialgerät gebastelt.

Kräftige Bienenvölker nutzen den Überfluss an Nektar und Pollen, um sich zu teilen. Etwa die Hälfte der Bienen zieht mit der (alten) Königin aus und setzt sich in der Nachbarschaft zunächst als "Schwarmtraube" etwa in einen Baum fest. Dort verbleiben sie einige Stunden, manchmal selbst Tage, bis sie eine neue Wohnung gefunden haben. Der Rest der Bienen bleibt in der Bienenkiste und zieht sich eine neue Königin heran.

Nach dem behutsamen Absaugen in einen Aschekasten werden die Tiere in die endgültige Behausung geschüttelt - ihr Weiterleben ist gesichert.

Der Imker wiederum versucht durch viele Maßnahmen, seine Völker so zu führen, dass sie immer ausreichenden Platz für ihre Entwicklung haben. Ist ein Schwarm aber doch einmal ausgezogen, so kann er oft mit einfachen Mitteln - zum Beispiel von einem Ast - wieder in eine Kiste abgeschüttelt werden. Schwieriger wird es, wenn der Schwarm sehr hoch hängt oder sich einen dünnen Ast ausgesucht hat, an den man keine Leiter anstellen kann.

Franz Naber, Vorsitzender des Ratinger Bienenzuchtvereins: "Oft musste man den Schwarm dann in der Gewissheit ziehen lassen, dass er durch Belastungen der Varroa-Milbe längstens zwei Jahre in der freien Natur ohne menschliche Hilfe überleben kann. Und mancher Imker ist auch schon bei dem Versuch, einen Schwarm zu fangen, von der Leiter gefallen."

Jetzt geht der Ratinger Bienenzuchtverein einen neuen Weg und hat sich einen "Bienenstaubsauger" gebaut. "Ob sich der Schwarm in acht Meter Höhe oder verstreut in einer Hecke niedergelassen hat, mit dem umgebauten Staubsauger kann er ohne Gefährdung für die Bienen abgesaugt werden", so Naber. Ein Kasten, der eigentlich zum Absaugen von Asche aus dem Kamin gedacht ist und ineinandergesteckte Abflussrohre seien das ganze Geheimnis. Naber: "Nach dem Absaugen werden die Tiere in die endgültige Behausung geschüttelt und ihr Weiterleben ist gesichert. Dass der Umbau hervorragend funktioniert, davon konnten sich kürzlich Anwohner in Ost und auch die Feuerwehr in Lintorf überzeugen."

Der Imker betont: "Obwohl der Schwarm gefährlich aussehen kann, ist er das nicht. Ein Bienenschwarm ist sehr friedlich und würde niemals Menschen angreifen." Rein rechtlich dürfe ein Imker bei der Verfolgung seines Schwarms auch ohne Einwilligung des Eigentümers ein Grundstück zum Fangen betreten. Erst wenn er die Verfolgung aufgibt, darf der Schwarm von jedem gefangen werden.

Quelle: RP
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