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Kreis Mettmann
Bienenfleißig bei der Weizenernte

Kreis Mettmann. Seit Juli sind die Landwirte auf Hochtouren damit beschäftigt, zu ernten. "Über die Gersten-Ernte höre ich durchweg nur Positives", resümiert Martin Dahlmann, Vorsitzender der Bauern im Kreis Mettmann. Etwas anders sieht es beim Weizen aus, der jetzt dran ist. "In diesem Jahr hat vor allem das Wasser gefehlt. Es wird also kein Rekordjahr, aber auch keine Missernte. Eben durchschnittlich", beurteilt der Landwirt den Stand der Dinge. Von Valeska von Dolega

"Die Gerste ist ab. Seit fünf Tagen sind wir am Weizen", über Ertragsergebnisse mag Claus Comberg, Landwirt in Mettmann, noch nichts sagen. In seinen Hallen lagert Sohn Carsten derzeit die eingefahrene Gerste ein, nimmt Proben und bildet Rückstellungsmuster. "Die entscheidenden Börsen, auf denen wir verkaufen werden, sind dann in Chicago und Paris." Ein Landwirt ist längst nicht nur Bauer, Bodenkundler und Biologe, sondern auch Betriebswirt. Als solcher versucht er zum richtigen Zeitpunkt zum guten Kurs seine Ware zu veräußern.

Jetzt aber denkt der 58-Jährige nicht an Zahlen und Gewinne, jetzt sitzt er auf seinem Mähdrescher. "Auch gerne mal für Nachtschichten", denn "ist die Frucht reif, müssen wir sehen, dass wir sie in die Scheune bringen". Drei verschiedene Apps mit Wetter-Vorhersagen hat er auf seinem Mobiltelefon, damit er sich einen Überblick verschaffen kann, was prognostiziert wird. Weil gestern Sonnenwetter war, nun aber Sommergewitter angesagt sind, gibt er auf seinem Hightec-Gefährt Gas. Mitunter auch zu unorthodoxen Zeiten steuert er den knallgelben Riesendrescher übers Feld. Auf einen Zentimeter genau zieht das GPS-gesteuerte Teil seine Runden. Vier Hektar pro Stunde schafft der "gelbe Tiger", wie in Comberg nennt. Sein Korntank hat ein Fassungsvermögen von 11500 Litern, ist er voll, saust einer der beiden Abfahrer mit einer sogenannten Mulde heran und per Knopfdruck wird das Korn aus dem Tiger abgeleitet. "Wir sind voll im Zeitplan", noch etwa 90 Hektar liegen vor ihm, ehe er sich dem Winterraps widmet.

So wie bei Kollegen Christoph Maurer auf Hof Karpenhaus in Ratingen. Morgens um 5.50 Uhr klingelt bei ihm und Ehefrau Mechthild der Wecker. "So lange es trocken ist, müssen wir raus", die Gerste ist auch hier bereits eingefahren. "Wir sind sehr zufrieden", jetzt hat er etwa elf Hektar mit Triticale, einer Kreuzung aus Weizen mit Roggen, zu bewältigen. Außerdem steht der dritte Schnitt beim Gras an. Auf seinen 60 Hektar insgesamt ist das wichtiger Bestandteil zur Fütterung seines Milchviehs." Für Kühe braucht man jüngeres Futter als für Pferde", beschreibt er den frühen Schnitt.

Wie die Ernteergebnisse tatsächlich waren, kann Kreisbauernvorstand Martin Dahlmann sagen, wenn alle Vorgänge abgeschlossen sind. Je nach Höhenlagen und Bodenverhältnissen sind die Begebenheiten kreisweit "sehr unterschiedlich", wie er sagt. "Es lassen sich jetzt nur Tendenzen ablesen." Ein nie berechenbarer Faktor seien Wetter und Witterungen. "Wir arbeiten zwar mit Maschinen, aber die Pflanzen sind von der Natur abhängig", sagt Martin Dahlmann. "Wir versuchen, aus allem das Beste zu machen, aber am Ende bekommen wir das, was die Natur uns gibt."

Quelle: RP
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