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Heiligenhaus
Bilder erinnern an den Kalten Krieg

Heiligenhaus. Die Wanderausstellung "Der Kalte Krieg - Ursachen, Geschichte und Folgen" wird am Donnerstag, 26. Januar, in der Dorfkirche eröffnet. Danach ist sie an den weiterführenden Schulen zu sehen, schließlich auch im Rathaus. Von Henry Kreilmann

Hans Schäfers war 19 als er zur Bundeswehr eingezogen wurde - eine Zeit, die sich für ihn prägend ins Gedächtnis zeichnete: "Ganz plötzlich gab es die Kuba-Krise. In der Grundausbildung bekamen wir auf einmal scharfe Munition und uns war allen klar, das ist jetzt eine entscheidende Situation." Auch Erika Otten erinnert sich an eine Welt, die kurz vor dem Abgrund stand: "Ich weiß noch, wie ich auf der Kettwiger Straße stand und Angst vor dem hatte, was uns erwarten könnte.

" Die Konfrontation der USA und der Sowjetunion, beide im Besitz von Atomwaffen, lief glimpflich ab. Die Situation war aber auch für Jürgen Schöps prägend. "Wir Älteren erinnern uns, aber für junge Menschen ist das Geschichte, die wir ihnen erzählen müssen." Deswegen hat er sich in der Sitzung des Kulturausschusses der Stadt Heiligenhaus im vergangenen März für den Erwerb der Ausstellung "Der Kalte Krieg - Ursachen, Geschichte, Folgen", der Bundesstiftung Aufarbeitung eingesetzt, der einstimmig von dem Gremium beschlossen wurde.

Gegen eine Schutzgebühr von 30 Euro gibt es eine Sammlung, die 22 Tafeln beinhaltet, in denen der Kalte Krieg von seinen Anfängen, über seine Hochzeiten bis zu seinen Ausläufern wieder gegeben wird. Am Donnerstag, 26. Januar, 17.30 Uhr wird die Ausstellung in Heiligenhaus zu sehen sein. Eröffnet wird sie im Bürgerhaus Dorfkirche Isenbügel. "Als Redner konnten wir Rainer Eppelmann gewinnen, der im Stiftungsausschuss sitzt", freut sich Jürgen Schöps.

"Eppelmann war hautnah an dieser Schnittstelle in Berlin dabei." Der Pfarrer war Oppositioneller in der DDR und ist bis heute Bürgerrechtler. Als ehemaliger Minister für Abrüstung und Verteidigung und langjähriges Bundestagsmitglied (bis 2005) wird er viel zu erzählen haben. Für die Musikalische Begleitung wird Pianist Alexander Brzoska sorgen. Die Ausstellung wird noch bis 2. Februar in der Dorfkirche zu sehen sein, geöffnet täglich von 17 bis 18 Uhr.

Daraufhin wird die Ausstellung durch die weiterführenden Schulen wandern, erst geht es zum Immanuel-Kant-Gymnasium, dann zur Gesamtschule und anschließend zur Realschule, wo es für die jeweils für die höheren Jahrgänge Projekte zu dem Thema geben wird. Anschließend kann man die Sammlung dann im Rathaus erkunden. "Zur Ausstellungseröffnung wollten wir aber einen neutralen Ort", erzählt Schöps, der sich freut, mit dem Team des Fördervereins der Dorfkirche tatkräftige Unterstützung zu haben.

"Diese Krise hat die ganze Welt in Atem gehalten. Und in der Ausstellung ist das Thema gut umgesetzt. Per QR-Codes können zum Beispiel zusätzliche Informationen, wie etwa Filme aufgerufen werden", sagt Erika Otten. Und auch Schäfers weiß um die Notwendigkeit der Aufklärung: "Die Töne werden wieder rauer und es kann einem angst und bange werden. Umso wichtiger ist es, den Blick auf die Geschichte nicht zu vergessen.

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Quelle: RP
 
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