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Kreis Mettmann
Blitzer: 2700 Führerscheine kassiert

Kreis Mettmann. Die mobile Anlage an der Autobahn 3 hat mehr als 2700 Fahrer erwischt. Von Oliver Wiegand

Man muss sich schon anstrengen, um tagsüber in der Baustelle der Autobahn 3 zwischen dem Kreuz Mettmann und Hilden deutlich zu schnell zu fahren. Fast 100 000 Autos und Lkw passieren täglich die Strecke, die seit 20 Monaten eine Großbaustelle ist und mit Flüsterasphalt ausgestattet wird.

Doch es gibt immer wieder einige Fahrer, die doch irgendwie versuchen, schneller zu fahren als erlaubt. Sie drängeln, wechseln die Fahrspuren - wenn dann noch zu wenig Abstand zum Vordermann dazu kommt, kracht es. Innerhalb eines Jahres hatte es auf dem gut 6,5 Kilometer langen Autobahnabschnitt mehr als 400 Unfälle mit fast 50 Verletzten gegeben. Der Kreis Mettmann wurde von der Unfallkommission für Bundesautobahnen in die Pflicht genommen. Um Unfälle zu vermeiden, ist eine mobile Radaranlage angeschafft worden. Der Kreis hat die Anlage von der Monheimer Firma Jenoptik gemietet. Seit dem 19. November ist die Anlage in Betrieb und hat sich längst bezahlt gemacht. In den ersten fünf Tagen, nachdem der "Traffi-Star" aufgestellt wurde, erhielt der Kreis Mettmann 8000 Fotos von zu schnell fahrenden Autos mit ihren Insassen. Geplant waren für das ganze Jahr etwa 12 000, gerechnet hatte der Kreis mit Bußgeldeinnahmen von 300 000 Euro im Jahr. Doch wie das mit Schätzungen manchmal so ist, sie werden irgendwann von der Wirklichkeit eingeholt.

" Seit Aufstellung des Gerätes sind etwa 33.500 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden", sagte Nils Hanheide, Ordnungsdezernent des Kreises Mettmann, jetzt auf Anfrage der RP. Damit sind in sieben Monaten drei Mal mehr Fahrer geblitzt worden, als in einem ganzen Jahr erwartet wurden. Nun kann man mal nachrechnen: Für die Geschwindigkeitsüberwachung in allen zehn Städten des Kreises Mettmann inklusive aller stationären und sonstigen mobilen Überwachungsanlagen hat der Kreis Einnahmen von 2,2 Millionen Euro im Jahr eingeplant. "Diesen Ansatz haben wir bereits überschritten, was zu einem wesentlichen Anteil auf die Geschwindigkeitsüberwachungsanlage an der A 3 zurückzuführen ist", sagt Hanheide.

Nicht mehr mit einem Verwarngeld davon gekommen sind mehr als 2700 Autofahrer, die in der Baustelle mit mehr als 41 km/h zu schnell unterwegs waren.

Sie müssen den Führerschein für einen Monat abgeben und sich auf 160 Euro Bußgeld und zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei einstellen.

"Vor allem nachts oder an Sonntagen rasen manche Fahrer durch die Baustelle, als gäbe es kein Tempolimit", sagt Hanheide.

Quelle: RP
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