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Hösel
Boreas-Quartett begeistert mit Flötentönen

Hösel. Vor den Mitgliedern des Kulturkreises Hösel gab es jetzt ein Konzert mit einer Vielzahl von Instrumenten. Von Gabriele Hannen

Wer die Versuche miterleben durfte, die das Nachbarkind unternommen hat, um "An der Saale hellem Strande" auf der Blockflöte zum Erfolg zu bringen - der kann in seiner Begeisterung für dieses Instrument gehemmt sein. Auch eigene zögerliche Spielversuche tragen zur Zurückhaltung bei. So kam manch ein Mitglied des Höseler Kulturkreises nicht unbedingt mit wehenden Fahnen in das letzte Konzert vor der Sommerpause. Aber: Es ging um "Il flauto magico", was übersetzt schlicht "die Zauberflöte" heißt.

Doch die kulturell überaus ambitionierten Mitglieder lassen sich von vielleicht zweifelhaften Erfahrungen nicht beirren - sie sind erfreut über Bewährtes und in der Regel neugierig auf Neues. Sie wurden sicherlich nicht enttäuscht. Denn vier junge Frauen standen auf dem Podium und zeigten, dass ein Blockflötenquartett mehr drauf hat als man sich vorstellen kann. Es musizierten Jin-Ju Baek aus Korea, Elisabeth Champollion, Julia Fritz und Luise Manske, die sich während ihres Studiums bei Prof. Han Tol an der Hochschule für Künste in Bremen kennengelernt hatten. Seitdem verbindet sie und Han Tol eine rege Zusammenarbeit in der Beschäftigung mit fünfstimmiger englischer Consortmusik. Und sie hatten eine Vielzahl verschiedener Flöten mitgebracht, auf denen sie Musik aus der Zeit vom 15. Jahrhundert bis heute vorstellten. Der Name des Quartetts ist Boreas, was in der griechischen Mythologie Nordwind bedeutete. Es war vielleicht nichts von Norden Kommendes, sondern sicher die Atemluft, die dann die unterschiedlichsten Flöten zum Tönen brachte.

Elisabeth Champollion moderierte frisch und freundlich und erklärte die unterschiedlichen Instrumente, unter denen die Paetzold-Bassblockflöten in ihrer eckigen Form und beachtlichen Größe sicherlich besonders auffielen. Sie wurden vor allem für Neue Musik entwickelt. Die jungen Damen hatten ein bemerkenswertes Programm zusammengestellt, das nicht nur ziemlich umfangreich war, sondern klangliche Wechselbäder anbot: Einmal ging es zum Beispiel um Bachs "Kunst der Fuge", gern gehört, gern gespielt, schmeichelnd im Gehörgang, dann aber schrillte die "Besorgnis der Sperlinge" aufs Publikum, komponiert von der iranischen Musikerin Farzia Fallah, aus drei Richtungen gleichzeitig und noch von einer Spielerin inmitten dieses Dreiecks unterstützt. Gewöhnungsbedürftig, aber interessant, von wahren Meisterinnen dargeboten. Alle vier Künstlerinnen sind Preisträgerinnen des Wettbewerbs 2015 des Deutschen Musikrats.

Quelle: RP
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