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Ratingen
Brandström-Schule steht bald leer

Ratingen: Brandström-Schule steht bald leer
Die Elsa-Brandström-Schule wird zum 30. April vom Land an die Stadt zurückgegeben. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Unterbringungsdruck bei den Flüchtlingen entspannt sich. Die Stadt kann ihre Planungen vorantreiben. Von Wolfgang Schneider und Norbert Kleeberg

Es scheint fast so, als wäre Sozialdezernent Rolf Steuwe selbst etwas überrascht: "Wir haben keine Sporthalle mehr als Flüchtlingsunterkunft in Betrieb und sind vorsichtig optimistisch, dass wir das auch erst einmal nicht mehr ändern müssen." Das bedeutet, dass sich über kurz oder lang auch die Platzproblematik für die Sportvereine erledigt hat, denn Steuwe will sobald wie möglich, dass der normale Betrieb der Hallen wieder startet: "Wir sind gerade dabei, für die Nutzung durch die Vereine alles vorzubereiten." Die Poststraße ist bereits geräumt, dort beginnen nach einer Bestandsaufnahme die Arbeiten, um kleinere Schäden zu beseitigen. Dass das sehr schnell geht, hatte das Beispiel der Höseler Halle an der Bismarckstraße gezeigt. Binnen weniger Tage nach dem Auszug der mehr als 100 Flüchtlinge war sie wieder betriebsbereit.

Und auch die Nutzung der Elsa-Brandström-Schule als Notunterkunft des Landes soll zum 30. April Geschichte sein. "Es ist vereinbart, dass wir das Gebäude zum Monatsende vom Land zurückerhalten", so Steuwe. Gemeinsam mit der Bezirksregierung werde das Gelände dann begutachtet. "Wir stimmen uns mit dem Land ab, was nach dem dreiviertel Jahr an Unterkunft für Reparatur- und Sanierungsarbeiten nötig ist. Diese werden dann ausgeführt, das Land übernimmt alle Kosten", erklärt der Sozialdezernent. Wie lange diese Arbeiten dauern, ist ungewiss. Sicher ist aber, dass mit der Freigabe der alten Hauptschule ein anderes Projekt langsam an Fahrt aufnehmen kann - die Innensanierung des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums einige hundert Meter entfernt. "Wir haben die Möglichkeit, die alte Hauptschule nun wieder als Ausweichquartier für die Arbeiten im Gymnasium zu nutzen. Deshalb werden wir jetzt dort in Gespräche gehen, um einen Zeitplan für die Arbeiten aufzustellen."

Bis es aber soweit ist, dürfte noch Zeit vergehen, ist sich Steuwe sicher: "Zum Beginn des neuen Schuljahres wäre das sehr sportlich. Davon gehe ich deshalb nicht aus, weil es doch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis die Elsa-Brandström-Schule wieder komplett hergerichtet ist." Gut im Zeitplan liegt die neue Zentrale Unterbringungseinrichtung im alten Cemex-Gebäude in Tiefenbroich. Nach Informationen unserer Redaktion steht einem Beginn der Nutzung zum 1. Mai nichts im Wege. Zuerst soll die Unterkunft allerdings für einige Wochen in einer Art Probebetrieb laufen, bis sich die Abläufe eingespielt haben. Erst dann soll es den Vollbetrieb geben. "Wir haben vor Ostern mit allen Beteiligten einen Ortstermin gehabt. Die Arbeiten dort sind voll im Zeitplan, werden wahrscheinlich sogar etwas früher als geplant fertig", meint Steuwe, verweist aber auf die Bezirksregierung. Die ist gerade dabei, einen Betreiber für das Haus zu suchen, hat sogar die Bewerbungsfrist dafür verschoben. Interesse hat unter anderem das Deutsche Rote Kreuz bekundet, das bisher die Notunterkunft am Karl-Mücher-Weg führt.

"Wir haben großes Interesse, auch die Einrichtung in Tiefenbroich zu übernehmen", bestätigt Erhard Raßloff, stellvertretender Vorsitzende des Ratinger Ortsverbands. Zurzeit gibt es in Ratingen 1.500 Flüchtlinge, teilte die Stadt aktuell mit, 300 müssten noch offiziell registriert werden. Dazu rückt in dieser Woche ein Team des zuständigen Bundesamtes an. Mehrere Tage sind für die Erfassung und Registrierung der Asylsuchenden vorgesehen. Mit ihrer Registrierung erhalten sie zugleich den neuen "Ankunftsnachweis", der neben einer Identifikationsnummer und Fingerabdrücken die wichtigsten Daten zur Person beinhaltet. Dazu zählen auch Daten zur Schulbildung und beruflichen Qualifikation, was eine schnellere Integration und Arbeitsvermittlung ermöglichen soll. Die Datenerfassung findet in Räumlichkeiten der Flüchtlingsunterkunft Christinenstraße in Tiefenbroich statt.

Die Stadt hat auf ihrer Homepage www.stadt-ratingen.de Infos zur aktuellen Situation bereitgestellt.

www.rp-online.de/ratingen

Quelle: RP
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