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Breitscheid
Breitscheid sucht eine neue Mitte

Breitscheid. Die Menschen leben gern in dem Stadtteil, doch es gibt noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Von Isabelle Golz und Norbert Kleeberg

2014 stand der Stadtteil Breitscheid plötzlich im Blickpunkt. Anlass war eine Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten, veranstaltet von der Bürgerschaft Breitscheid und der RP. Es ging um Projekte, Ziele und Visionen. Das damalige Fazit ist immer noch aktuell: Breitscheid ist lebenswert, doch die Bürger sehen weiterhin erheblichen Verbesserungsbedarf. Die RP hat sich unter Anwohnern umgehört.

Jörg Maaßhoff (CDU) sagt: "Was in Breitscheid fehlt, ist ein Ortsmittelpunkt. Breitscheid-Nord und Breitscheid-Mitte müssen wieder zu einem Stadtteil zusammenwachsen. Genau das wollen wir mit dem geplanten Mittelpunkt hinter dem Gelände der Baseballspieler ,Goose Necks' schaffen. Dort könnten sich dementsprechend zum Beispiel Ärzte und Lebensmittelgeschäfte ansiedeln, die damals aufgrund des Real-Baus verdrängt wurden."

Die Bürger sind unter anderem mit der Infrastruktur höchst unzufrieden. "Eine bessere Anbindung an die nächstgrößeren Städte Düsseldorf und Essen wäre schön. Ein regelmäßiger Bus zur S-Bahn Station in Hösel würde mir schon reichen", berichtet Niklas Golz. Der Ortsbus 16 fährt zwar alle 20 Minuten bis nach Ratingen Mitte, das reicht den meisten Jugendlichen jedoch nicht. "Wenn ich abends weggehen möchte, habe ich kaum eine Möglichkeit. Hier fehlt ein Treffpunkt für die Jugend", so Golz.

Maaßhoff dazu: "Wir haben schon oftmals probiert, eine neue Buslinie ins Leben zu rufen, die jedoch nicht genug genutzt wurde. Ich finde die Anbindung an Düsseldorf in Ordnung. Es wird jedoch heiß über den alten Lintorfer Bahnhof diskutiert. Dort könnte die direkte Verbindung nach Düsseldorf wieder aufleben. Somit wäre die Anbindung an Düsseldorf optimiert." Und was ist mit der Jugend? "Einen Treffpunkt bietet die Manege in Lintorf. Einen neuen Jugendtreffpunkt in Breitscheid zu schaffen, wäre ein zu großer Aufwand. Außerdem bietet die evangelische Kirche so etwas schon an", betont Maaßhoff. Wenn man sich mit den Eltern der Kinder aus dem Stadtteil unterhält, bekommt man noch andere Probleme zu hören. Kommentare: "Der Kreisverkehr am Knotenpunkt K 19/An der Hoffnung würde die Verkehrssituation entspannen. Außerdem fehlt uns auch eine Kneipe, die man abends besuchen könnte." Das Restaurant Benvenuti im Tennisclub TuS Breitscheid am Mintarder Weg sei zwar sehr beliebt, aber die einzige Möglichkeit, abends in Breitscheid etwas essen zu gehen. Vor allem in Breitscheid-Nord sei die Situation ungemütlich. Ohne ein Auto komme man von dort kaum weg. "Diesen Treffpunkt könnte man durch den neuen Ortsmittelpunkt ideal schaffen. Ich komme selbst auch aus Breitscheid und kann die unzufriedenen Bürger verstehen", so Maaßhoff. Sie sollten jedoch Geduld mitbringen, denn die Umsetzung des Plans kann "mehrere Jahre dauern".

Niklas Golz betont: "Es war total schön, hier aufzuwachsen. Die Matthias-Claudius-Grundschule kann so gut wie jeder zu Fuß erreichen, ebenso die Kindergärten. Und der TuS Breitscheid bietet zahlreiche Sportprogramme."

Quelle: RP
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