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Ratingen
Bridge-Weltmeister kämpft um Ruf

Ratingen: Bridge-Weltmeister kämpft um Ruf
Die siegreichen Drei: Bernhard Sträter, Michael Elinescu und Ulrich Kratz (v.l.) kehrten im Dezember 2013 von Bali als Bridge-Weltmeister zurück. FOTO: Schaller,Bernd
Ratingen. Die vornehme Bridge-Welt, in der die Etikette noch was zählt, ist in Aufruhr: Bridge-Mannschafts-Weltmeister Michael Elinescu aus Düsseldorf, der im Ratinger Bridge-Club die Karten mischt, soll nach Medienberichten bei der Weltmeisterschaft auf Bali durch codiertes Husten geschummelt haben.

Gemeinsam mit Teammitglied Enscho Wladow soll er bei der 41. Weltmeisterschaft per Hüsteln Informationen über die Blätter ausgetauscht haben.

Das entscheidende Duell um Gold gewann das als "German Doctors" bekannte Team mit 172 zu 161. Soweit die Vorwürfe der US-Amerikaner gegen die beiden deutschen Spieler, die Michael Elinescu allerdings entschieden von sich weist. Vielmehr sei es so, dass die amerikanischen Profis es nicht verkraften konnten, gegen zwei Amateure zu verlieren. Zudem sei das erste Verfahren, bei dem die Vorwürfe angeblich bewiesen wurden, eine Farce gewesen.

"Der Vorsitzende dieser Kommission war aus den USA, der Ankläger war aus der USA und die Kommission zudem noch illegal", betont Elinescu. Deshalb haben er und sein Partner Enscho Wladow Berufung eingelegt und eine einstweilige Anordnung erwirkt. In etwa 14 Tagen wird es eine erneute Verhandlung geben, bei der die "German Doctors" ihre Unschuld beweisen wollen. Elinescu erwartet ein Urteil zu seinen Gunsten, er und sein Partner überlegen bereits, ob und welche juristischen Schritte sie wegen Rufschädigung einleiten.

"Der WM-Titel ist immer noch bei uns", betont Elinescu. Im Gegensatz zu den Profispielern gehe es ihm um die Ehre und die Medaillen, nicht ums Geld. "Beim Spielen nutzen wir auch psychologische Manöver", gibt er zu, "aber diese sind vergleichbar mit einem Bluff."

(JoPr/cebu)
 
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